Ein Traditionsbetrieb im Schwarzwald steht vor einer ungewissen Zukunft. Die Baiersbronn Frischfaser Karton GmbH hat beim zuständigen Gericht die Eröffnung eines Insolvenzverfahrens beantragt. Dennoch läuft die Produktion im Murgtal vorerst weiter.
Das Unternehmen stellt Kartonverpackungen für die Lebensmittel-, Pharma- und Kosmetikindustrie her. Fehlende Liquidität zwang die Geschäftsführung nun zum Handeln. 220 Beschäftigte bangen um ihre Stellen.
Für die Belegschaft gibt es zumindest kurzfristig eine finanzielle Absicherung. Die Lohnzahlungen sind bis einschließlich August gewährleistet. Diese Sicherheit verschafft dem Unternehmen und dem vorläufigen Insolvenzverwalter nun Zeit für den nächsten entscheidenden Schritt: die Suche nach einem Investor, der den Betrieb übernehmen oder stützen könnte.
Dass die Maschinen trotz der Zahlungsunfähigkeit weiterhin laufen, ist kein Zufall. Eine Stilllegung würde den Unternehmenswert erheblich mindern und die Chancen auf eine erfolgreiche Sanierung drastisch verringern. Die Fortführung des Betriebs gilt in solchen Verfahren als wichtigstes Signal an potenzielle Interessenten.
Baiersbronn ist vor allem als Tourismusgemeinde und Gourmetstandort bekannt. Dass dort auch industrielle Fertigung stattfindet, gerät leicht in den Hintergrund. Für die rund 15.000 Einwohner der Gemeinde im Nordschwarzwald ist der Kartonhersteller jedoch ein bedeutender Arbeitgeber. Ein Ausfall würde die regionale Wirtschaftsstruktur spürbar belasten.
Wie es mit dem Werk weitergeht, hängt nun maßgeblich davon ab, ob sich in den kommenden Wochen ein geeigneter Investor findet. Das Verfahren steht damit an einem kritischen Punkt: Gelingt die Investorensuche, könnten Arbeitsplätze und Produktion erhalten bleiben. Scheitert sie, droht eine Zerschlagung des Betriebs.
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