Eine nicht geleistete Zinszahlung war das erste öffentliche Warnsignal. Nun hat die Pandion AG, ein auf Wohnungs- und Büroprojekte spezialisierter Entwickler aus Köln, beim zuständigen Gericht die Eröffnung eines Insolvenzverfahrens beantragt. Gleichzeitig stellte das Unternehmen einen Antrag auf Eigenverwaltung, um den Geschäftsbetrieb vorerst selbst steuern zu können.
Betroffen sind neben der Muttergesellschaft fünf weitere Konzerngesellschaften: die Pandion Real Estate GmbH, die Pandion Vertriebsgesellschaft mbH, die Pandion Design GmbH, die Pandion Projektmanagement GmbH sowie die Pandion Engineering GmbH.
Bereits Anfang August hatte sich die Krise zugespitzt. Damals verfehlte Pandion eine fällige Zinszahlung auf eine ausstehende Unternehmensanleihe im Volumen von 45 Millionen Euro. Bei einem Zinssatz von acht Prozent fehlten dem Unternehmen rund 3,6 Millionen Euro. Als kurz darauf ein wesentlicher Finanzierungsbaustein unerwartet wegfiel, konnten auch Notmaßnahmen zur Liquiditätsbeschaffung die Lage nicht mehr stabilisieren.
Die Wurzeln der Zahlungsnot reichen tiefer. In den Jahren vor der Zinswende hatte Pandion umfangreiche Grundstücke für großvolumige Büroprojekte erworben, unter anderem in Berlin, Düsseldorf, Köln, München und Stuttgart. Diese Entwicklungen binden erhebliches Kapital über lange Zeiträume. Der gleichzeitige Einbruch am Büroinvestmentmarkt und die stark gestiegenen Finanzierungskosten setzten das Unternehmen in die Zange.
Dabei mangelte es Pandion nicht grundsätzlich an Zugang zu Kapital. Im März hatte das Unternehmen für ein vollständig an Siemens vermietetes Büroprojekt im Münchner Werksviertel eine Projektfinanzierung von 240 Millionen Euro gesichert. Doch eine einzelne Finanzierung konnte den Liquiditätsdruck auf Gruppenebene nicht kompensieren.
Das Unternehmen hatte in den Monaten zuvor bereits gegengesteuert. Die Anleihegläubiger stimmten Ende 2025 mit annähernd hundert Prozent der Stimmen einer Laufzeitverlängerung zu. Im Februar 2026 folgte eine Neuordnung der Unternehmensfinanzierung. Im Mai veräußerte Pandion zudem einen Teil seines Quartiersprojekts am Düsseldorfer Albertussee. All diese Schritte reichten am Ende nicht aus.
Im Rahmen der Eigenverwaltung soll der Betrieb nun weiterlaufen, während die Restrukturierung des Konzerns vorangetrieben wird. Offen bleibt, welche Projekte sich fortführen lassen und wie die Interessen von Gläubigern und Projektpartnern geordnet werden können.
Eine laufend aktualisierte Übersicht weiterer Firmeninsolvenzen im DACH Raum finden Sie unter Aktuelle Insolvenzen.
