Rote Zahlen, schrumpfende Aufträge, internationale Konkurrenz: Ein traditionsreicher Aluminiumgießer aus Baden-Württemberg steht vor dem Aus.
Zunächst 40 Stellen, dann ein wachsender Verlust, nun das formale Verfahren: Die Julius Schüle Druckguss GmbH aus Schwäbisch Gmünd hat beim Amtsgericht Aalen die Eröffnung eines Insolvenzverfahrens beantragt. Das Gericht ordnete daraufhin am 18. September ein Schutzschirmverfahren an.
Die Verluste des Unternehmens hatten sich zuletzt dramatisch beschleunigt. Im Geschäftsjahr 2023 schloss die deutsche Gesellschaft mit einem Minus von 4,8 Millionen Euro ab. Ein Jahr später hatte sich dieses Defizit auf 9,6 Millionen Euro glatt verdoppelt. Der Umsatz der Gesamtgruppe lag zuletzt bei rund 110,9 Millionen Euro.
Das 1951 gegründete Familienunternehmen fertigt Aluminiumdruckgussteile überwiegend für Automobilhersteller, daneben auch für die Heizungsbranche und seit 2025 für die Medizintechnik. An drei Standorten beschäftigt die Gruppe insgesamt rund 680 Menschen. Am Stammsitz auf der Ostalb arbeiten 152 Mitarbeiter. Deren Löhne sind über das Insolvenzgeld der Bundesagentur für Arbeit für drei Monate bis Ende November gesichert.
Als Ursachen für die wirtschaftliche Schieflage benennt das Unternehmen mehrere Faktoren gleichzeitig: Druck durch Wettbewerber aus Niedriglohnländern, Überkapazitäten in der Branche sowie rückläufige Mengen und sinkende Margen im Automobilgeschäft.
Das gewählte Verfahren erlaubt es der Geschäftsführung, die Sanierung selbst zu steuern. Ein gerichtlich bestellter Sachwalter überwacht den Prozess im Interesse der Gläubiger. Geschäftsführer Michael Eidecker erklärte, er sei zuversichtlich, die laufende Restrukturierung im Rahmen des Verfahrens zu einem erfolgreichen Abschluss zu bringen. Der Betrieb soll unterdessen ohne Einschränkungen weiterlaufen.
Unterstützung erhält die Unternehmensführung durch den Stuttgarter Rechtsanwalt Martin Mucha, der als Generalbevollmächtigter in das Unternehmen eintritt. Er bescheinigte dem Betrieb eine solide personelle und technische Aufstellung, verwies jedoch auf das schwierige Marktumfeld. Parallel zur Sanierung beginnt nun die Suche nach einem Investor, der das Unternehmen langfristig stabilisieren soll.
Eine laufend aktualisierte Übersicht weiterer Firmeninsolvenzen im DACH Raum finden Sie unter Aktuelle Insolvenzen.
