Die Modekette Liberty Damenmoden GmbH aus Lübbecke hat Insolvenz angemeldet. Das Amtsgericht Bielefeld ordnete am 5. November 2026 ein vorläufiges Eigenverwaltungsverfahren an. Damit gab es dem Antrag des Unternehmens statt, ein Insolvenzverfahren in Eigenverwaltung durchzuführen.
Geschäftsführung bleibt am Steuer
Die Geschäfte führt weiterhin die bisherige Geschäftsführung unter Oliver Lübbenjans. Ein vom Gericht bestellter Sachwalter überwacht sie dabei. Er prüft die wirtschaftliche Lage und achtet darauf, dass die Interessen der Gläubiger gewahrt bleiben.
Bei der Eigenverwaltung behält das Management die Verfügungsgewalt über das Unternehmen, anders als im Regelverfahren, in dem ein Insolvenzverwalter die Leitung übernimmt. Das Verfahren soll Sanierungen erleichtern, weil die Verantwortlichen den Betrieb und die Abläufe am besten kennen. Über den Ausgang sagt die Anordnung allerdings nichts aus. Ob die Sanierung gelingt, ist offen.
Die förmliche Eröffnung des Insolvenzverfahrens steht noch aus. Bis dahin gilt das vorläufige Verfahren. In dieser Phase prüft das Gericht, ob das Vermögen des Unternehmens ausreicht, um die Verfahrenskosten zu decken, und entscheidet dann über die Eröffnung.
Mehr als 100 Filialen betroffen
Liberty Damenmoden betreibt mehr als 100 Filialen in Deutschland und Österreich. Dazu kommt ein Onlineshop. Das Unternehmen vertreibt unter anderem seine Eigenmarke Liberty Woman. Insgesamt arbeiten mehr als 500 Menschen für die Firma, und zwar in den Geschäften, im Onlinehandel und in der Zentrale.
Für die Beschäftigten ist in solchen Fällen meist das Insolvenzgeld von Bedeutung. Die Bundesagentur für Arbeit zahlt es für bis zu drei Monate vor Verfahrenseröffnung, wenn Löhne und Gehälter ausbleiben. So bleibt das Einkommen in der Anfangsphase gesichert. Ob und in welchem Umfang das hier nötig wird, geht aus den vorliegenden Angaben nicht hervor.
Wie es mit dem Filialbetrieb weitergeht, ist ebenfalls noch unklar. Es steht nicht fest, ob einzelne Standorte schließen oder alle Geschäfte geöffnet bleiben. Auch zu den Ursachen der Zahlungsschwierigkeiten und zur aktuellen Umsatzentwicklung liegen keine Informationen vor.
Es ist nicht die erste Insolvenz
Das Unternehmen war schon einmal von einem solchen Verfahren betroffen. Bereits 2009 eröffnete das Gericht ein Insolvenzverfahren unter dem Aktenzeichen 43 IN 15/09. Damals bestellte es den Rechtsanwalt Stefan Mayer zum vorläufigen Verwalter.
In den kommenden Wochen dürfte sich zeigen, welchen Kurs die Geschäftsführung gemeinsam mit dem Sachwalter einschlägt und ob das Gericht das Verfahren förmlich eröffnet.
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