Die Steiner Plüsch GmbH aus Georgenthal in Thüringen steckt in der Pleite. Der Hersteller hochwertiger Plüschspielwaren hat Mitte Oktober 2026 beim Amtsgericht Erfurt die Eröffnung eines Insolvenzverfahrens beantragt. Rund 20 bis 23 Beschäftigte sind betroffen.

Gericht setzt vorläufigen Verwalter ein

Das Amtsgericht Erfurt führt das Verfahren mit dem Aktenzeichen 171 IN 357/26. Am 14. Oktober 2026 ordnete es Sicherungsmaßnahmen an. Es bestellte den Rechtsanwalt André Rombach zum vorläufigen Insolvenzverwalter.

Damit gilt eine wichtige Einschränkung: Verfügungen der Gesellschaft sind nur wirksam, wenn der vorläufige Insolvenzverwalter zustimmt. Er behält so den Überblick über das Vermögen und kann verhindern, dass Werte abfließen. Die beiden Geschäftsführer, Antje Zahl als Chefdesignerin und André Simon, können also nicht mehr allein entscheiden.

Sinkende Erträge, schwache Nachfrage

Das Unternehmen veröffentlicht seinen Umsatz nicht. Eine Unternehmensbörse veranschlagt ihn auf ungefähr 940.000 Euro jährlich. Die geschätzte Umsatzrendite liegt bei minus 6,3 Prozent. Zwischen 2020 und 2024 kippte das Jahresergebnis: Aus einem Plus von 50.000 Euro wurde ein Minus von 59.000 Euro.

Als Gründe nennt das Material die zurückhaltende Kauflust der Verbraucher sowie die Konkurrenz von Anbietern, die günstiger produzieren. Der Preisdruck lässt demnach kaum Spielraum, handgefertigte Ware teurer zu verkaufen. Zudem beschreibt das Material das Marketing als wirkungslos. Seit 2020 hat sich die Firma bei Amazon zurückgezogen. Der dortige Markenauftritt ist 2026 leer.

Betrieb läuft weiter, Investor gesucht

Der Geschäftsbetrieb geht vorerst weiter. Der Online-Shop nimmt nach wie vor Bestellungen an. Die Löhne der Beschäftigten sind für etwa drei Monate durch das Insolvenzgeld gedeckt. Diese Leistung der Bundesagentur für Arbeit sichert die Nettolöhne für die letzten drei Monate vor dem Insolvenzereignis ab. Sie gibt dem vorläufigen Verfahren Luft, weil das Unternehmen in dieser Zeit keine Löhne aus eigener Kasse zahlen muss.

Der vorläufige Insolvenzverwalter bereitet eine Investorensuche vor. Ob sich eine tragfähige Lösung findet, ist nach seiner Einschätzung derzeit nicht absehbar.

Lange Geschichte mit Brüchen

Die Wurzeln des Betriebs reichen bis ins Jahr 1889 zurück. Damals gründete Franz Schmidt eine Puppenfabrik. 1972 wurde sie verstaatlicht und in den VEB Plüschspielwaren Georgenthal umgewandelt. Am 1. Oktober 1990 entstand die Steiner GmbH neu. Später übernahm sie den Betrieb einer früheren Auffanggesellschaft, die ihrerseits zuvor insolvent geworden war.

Die Firma setzt auf individuelle Handarbeit. Die Marke STEINER gehört allerdings nicht der insolventen GmbH, sondern der alten Familienfirma. Das dürfte bei einer möglichen Sanierung oder Übernahme eine Rolle spielen.

Eine laufend aktualisierte Übersicht weiterer Firmeninsolvenzen im DACH Raum finden Sie unter Aktuelle Insolvenzen.

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