Der Düsseldorfer Leichtbauspezialist Capricorn steckt in der Pleite. Das Amtsgericht Düsseldorf hat am 4. November 2026 zwei vorläufige Insolvenzverfahren eröffnet. Sie betreffen die beiden Gesellschaften Capricorn Holding GmbH und Capricorn Composite GmbH. Zuletzt arbeiteten rund 500 Menschen für die Gruppe, verteilt auf sieben Standorte in Europa.

Vorläufiger Verwalter übernimmt

Das Gericht setzte den Rechtsanwalt Dirk Andres von der Düsseldorfer Kanzlei AndresPartner als vorläufigen Insolvenzverwalter ein. Er verschafft sich nun zunächst einen Überblick über die wirtschaftliche Lage der Gesellschaften. Zugleich will er das Tagesgeschäft stabilisieren.

Der Geschäftsbetrieb läuft vorerst unverändert weiter. In dieser Phase prüft der Verwalter, ob sich das Unternehmen fortführen lässt, und sichert das Vermögen. Ein vorläufiges Verfahren dient dazu, die Zeit bis zur Entscheidung über eine förmliche Eröffnung zu überbrücken. Gläubiger können in dieser Zeit in der Regel nicht auf das Vermögen zugreifen.

Für die Beschäftigten organisiert Andres das Insolvenzgeld. Die Bundesagentur für Arbeit zahlt es für höchstens drei Monate vor der Verfahrenseröffnung. Es ersetzt den Nettolohn, wenn der Arbeitgeber ihn nicht mehr aufbringen kann. So bleiben die Gehälter zunächst gesichert, während das Unternehmen weiterarbeitet.

Zulieferer und eigener Supersportwagen

Das Hauptgeschäft der Gruppe liegt im automobilen Leichtbau. Capricorn beliefert Porsche mit Fahrwerksstrukturen, Bugatti mit Teilen für den Motor und Lamborghini mit Kurbelwellen. Die Verwaltung der Gruppe residiert in Düsseldorf in der Speditionstraße.

Daneben entwickelt und vertreibt das Unternehmen einen eigenen Supersportwagen, den Capricorn 01 Zagato. Das Fahrzeug leistet 900 PS und wiegt 1.200 Kilogramm. Capricorn begrenzt die Auflage auf 19 Stück. Wer eines kaufen will, zahlt knapp drei Millionen Euro, dazu kommt die Mehrwertsteuer. Handarbeit prägt die Produktion: Die Teile entstehen an verschiedenen europäischen Standorten, die Endmontage findet im Werk in Mönchengladbach statt.

Zum Umsatz der Gruppe liegen keine Angaben vor. Auch zu den Ursachen der Zahlungsunfähigkeit macht das Unternehmen bislang keine Aussagen. Gründer Robertino Wild äußerte sich nicht zu den Gründen. Er sprach lediglich von einem Schock.

Vom Nürburgring bis zur Pleite

Wild gründete die Firma 1984. Größere Bekanntheit erlangte Capricorn, als die Gruppe den insolventen Nürburgring für 77 Millionen Euro übernahm. Damals plante sie zusätzliche Investitionen in Höhe von bis zu 25 Millionen Euro. Seinerzeit zählte Capricorn mehr als 350 Beschäftigte, ungefähr 100 von ihnen arbeiteten an einem Werk am Nürburgring.

Seitdem ist die Belegschaft deutlich gewachsen. Wie es mit den sieben Standorten und den 500 Arbeitsplätzen weitergeht, hängt nun von der Arbeit des vorläufigen Verwalters ab. Er muss klären, ob sich die Geschäfte fortführen lassen und welche Möglichkeiten für eine Sanierung oder einen Verkauf bestehen. Ergebnisse stehen noch aus.

Eine laufend aktualisierte Übersicht weiterer Firmeninsolvenzen im DACH Raum finden Sie unter Aktuelle Insolvenzen.

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