Ein bekanntes Restaurantkonzept aus dem Hamburger Umland steckt in der Krise. Am 1. September stellte die ARJ Gastro-Systems GmbH & Co. KG, Betreiberin des Opposti in Schenefeld, beim Amtsgericht Pinneberg einen Antrag auf Eröffnung eines Insolvenzverfahrens. Geschäftsführer der Gesellschaft ist laut Handelsregister Alireza Jerani.

Das Gericht bestellte daraufhin die Hamburger Rechtsanwältin und Insolvenzspezialistin Jennie Best von der Kanzlei Reimer Rechtsanwälte zur vorläufigen Insolvenzverwalterin. Sie betont, dass der Restaurantbetrieb an der Altonaer Chaussee 261 vollständig weiterläuft. Auch geplante Veranstaltungen finden statt. Die Löhne der betroffenen Mitarbeiter sichert vorerst die Bundesagentur für Arbeit über ihre Vorfinanzierung des Insolvenzgeldes.

Best sieht durchaus Perspektiven für den Standort. Sie sucht derzeit aktiv nach möglichen Übernehmern und strebt eine sogenannte übertragende Sanierung an – also die Fortführung des Restaurants durch einen neuen Träger, möglicherweise weiterhin unter dem Namen Opposti.

Wichtig zu verstehen: Nur das Schenefelder Lokal ist von der Zahlungsunfähigkeit betroffen. Die vier weiteren Opposti-Standorte in Pinneberg, Elmshorn, Stade und Kaltenkirchen operieren unter anderer Führung und sind von dem Verfahren nicht berührt.

Der Standort an der Altonaer Chaussee hat eine wechselhafte Geschichte. Rund zwei Jahrzehnte lang betrieb dort ein anderer Gastronom das Lokal namens Gagga, das in Schenefeld einen festen Platz in der Gastroszene hatte. Im März 2021 legte ein massiver Wasserschaden das Haus lahm. Böden und Wandfliesen in sämtlichen Räumen sowie in der Küche mussten erneuert werden. Eine Wiedereröffnung unter altem Namen blieb aus.

Im Frühjahr 2022 übernahm schließlich die ARJ Gastro-Systems den Standort und eröffnete das Opposti in Schenefeld. Das Konzept stammt vom Gastronomen Iman Khosravi, der 2019 das erste Opposti im Pinneberger Rathaus eröffnet hatte und später auch Elmshorn erschloss. In Schenefeld setzte er offenbar auf ein Franchise-Modell, bei dem Name und Konzept gegen Lizenz genutzt werden dürfen. Khosravi selbst trägt dort keine Verantwortung als Betreiber.

Ob das Restaurant an der Altonaer Chaussee dauerhaft erhalten bleibt, entscheidet sich nun in den kommenden Wochen.

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