Mo.. Aug. 10th, 2026

Ein Großbrand im Sommer 2022 und ein jahrelanger Konflikt mit der Versicherung haben einen traditionsreichen Werdohler Industriebetrieb in die Knie gezwungen. Die Härterei Kirchhoff GmbH im Gewerbegebiet Dresel hat beim Amtsgericht Hagen einen Antrag auf Eröffnung eines Insolvenzverfahrens gestellt. Das Gericht bestellte den Lüdenscheider Rechtsanwalt Martin Plappert zum vorläufigen Verwalter.

In der Nacht zum 24. Juli 2022 brach in einer Produktionshalle des Unternehmens ein Feuer aus. Es entstand ein Schaden in nahezu siebenstelliger Höhe. Die Flammen hatten sich von einem Anlassofen über die Abluftanlage ausgebreitet, ein technischer Defekt gilt als wahrscheinliche Ursache. Was folgte, war ein zermürbender Streit mit der Versicherung über die Schadensregulierung, der sich über Jahre hinzog und dem Betrieb wirtschaftlich schwer zusetzte. Bereits zuvor hatte das verheerende Hochwasser im Juli 2021 das Unternehmen hart getroffen.

26 Beschäftigte sind vom laufenden Verfahren betroffen. Ihre Stellen sind nach Angaben des vorläufigen Verwalters vorerst gesichert, der Betrieb läuft ohne Einschränkungen weiter. Kunden stünden zum Unternehmen, die Auftragslage sei stabil, so Plappert.

Die Härterei Kirchhoff blickt auf eine mehr als vier Jahrzehnte lange Geschichte zurück. Peter Kirchhoff gründete den Betrieb 1982, seit 2011 führt sein Sohn Ulrich Kirchhoff, Maschinenbautechniker aus Plettenberg, das Unternehmen in zweiter Generation. Ende 2019 kam der Werdohler Wirtschaftsingenieur Isa Latifaj als weiterer Geschäftsführer hinzu. Seit 1991 ist der Betrieb in Dresel ansässig, seit Februar 2011 unter dem heutigen Namen.

Plappert hat bereits den Prozess zur Suche nach einem Investor gestartet. Gespräche mit möglichen Käufern sowie mit Kunden und Lieferanten laufen derzeit parallel. Bis Ende September rechnet er mit einer Entscheidung über die künftige Eigentümerschaft. Ziel ist ein Verkauf, der den Standort langfristig sichert. Ob neben dem Brand und dem Versicherungsstreit weitere Faktoren zur Schieflage beigetragen haben, will Plappert zum jetzigen Zeitpunkt nicht abschließend bewerten.

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