Nur vier Monate nach der Übernahme ist für Robin und Nicklas Bersch der Traum vom eigenen Gartenfachbetrieb geplatzt. Das Amtsgericht Düsseldorf ordnete am 26. Juni 2026 die vorläufige Verwaltung der Blumenhof Bersch GmbH an. Das Aktenzeichen lautet 503 IN 151/26.
Betroffen ist der Gartenbetrieb am Chrysanthemenweg 1 im Dormagener Ortsteil Delhoven. Das Unternehmen ist im Handelsregister des Amtsgerichts Neuss unter HRB 24981 eingetragen. Zum vorläufigen Verwalter bestellte das Gericht Rechtsanwalt Dr. Georg Faude aus Düsseldorf.
Die Geschäftsführer hatten den Blumenhof Bersch erst im Februar 2026 übernommen. In einem öffentlichen Statement erklärten sie, mehrere Faktoren hätten zusammengewirkt und das Unternehmen in die Zahlungsunfähigkeit getrieben. Konkret nannten Robin und Nicklas Bersch die schwierige Lage der gesamten Gartenbranche, schlechte Witterungsbedingungen sowie Kostenpositionen, die ihnen vor der Übernahme anders dargestellt worden seien. Im laufenden Betrieb hätten sich diese Angaben teilweise als unzutreffend erwiesen.
Die Geschäftsführer schrieben wörtlich: „Mit dem Wissen, das wir heute über die tatsächlichen wirtschaftlichen und betrieblichen Rahmenbedingungen haben, hätten wir uns damals gegen die Übernahme entschieden.“ Gleichzeitig betonten sie, die Verantwortung für die Situation zu tragen.
Mit der gerichtlichen Anordnung gelten ab sofort strenge Auflagen. Vermögenswerte des Unternehmens darf die Geschäftsführung nur noch mit ausdrücklicher Zustimmung des vorläufigen Verwalters bewegen. Schuldner des Betriebs müssen ihre Zahlungen künftig direkt an Dr. Faude leisten. Zwangsvollstreckungen gegen das Unternehmen sind vorerst ausgesetzt. Das vorläufige Verfahren soll klären, ob eine Fortführung möglich ist oder eine Abwicklung unumgänglich wird.
Derzeit suchen die Betreiber nach Investoren, um eine endgültige Schließung abzuwenden. Parallel dazu läuft bereits ein Räumungsverkauf mit deutlichen Preisnachlässen. Wie viele Beschäftigte von der Krise betroffen sind, ist bislang nicht bekannt. Angaben zur Zukunft des Standorts machten die Geschäftsführer bisher nicht.
Gartencenterbetriebe stehen in Nordrhein-Westfalen derzeit unter erheblichem wirtschaftlichem Druck. Schließungen und Zahlungsunfähigkeiten häufen sich in der Branche.
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