Mo.. Aug. 10th, 2026

Ein 136 Jahre altes Familienunternehmen kämpft erneut ums Überleben. Die Fliesen-Zentrum Deutschland GmbH aus Föhren in Rheinland-Pfalz steckt zum wiederholten Mal in einer existenziellen Krise. Besonders brisant: Erst im September 2025 hatte das Unternehmen ein erstes Insolvenzverfahren abgeschlossen.

Bereits 2024 geriet der Händler unter massiven Druck. Die Umsätze brachen ab 2023 um 30 Prozent ein, im darauffolgenden Jahr folgte ein weiteres Minus von 10 Prozent. Diese Einbußen halten bis heute an. Gleichzeitig erhöhten Lieferanten ihre Preise deutlich, was die Kostenbelastung weiter verschärfte. Hinzu kamen Schwierigkeiten bei der Einführung eines neuen Computersystems sowie beim Umzug in ein neues Zentrallager am Standort Föhren bei Trier. Die Liquidität des Unternehmens hielt diesem Druck schließlich nicht stand.

Das Amtsgericht Wittlich ordnete am 31. Juli 2026 die Eröffnung eines vorläufigen Insolvenzverfahrens an. Rund 400 Beschäftigte bangen seitdem um ihre Stellen. Ihre Gehälter sind für den Zeitraum August bis Oktober 2026 über die Bundesagentur für Arbeit abgesichert.

Der bestellte vorläufige Insolvenzverwalter Ingo Grünewald sucht nun zügig nach einem Käufer für den Gesamtbetrieb oder einzelne Unternehmensteile. Erste Gespräche mit Interessenten laufen bereits. Grünewald betont, dass ein Investor gefragt sei, der die anhaltende Schwäche der Baubranche wirtschaftlich durchhalten könne.

Das Unternehmen blickt auf eine lange Geschichte zurück. Peter Philipp Friedrich gründete es im Jahr 1890. Unter dem Namen Platten Friedrich Trier expandierte die Firma über Jahrzehnte. Heute führt die Familie das Unternehmen in fünfter Generation. Bundesweit betreibt es zwölf Standorte im Groß und Einzelhandel für Fliesen, Baustoffe und Bodenbeläge.

Der Fall reiht sich in eine Serie von Zusammenbrüchen im Bauzulieferhandel ein. Die anhaltende Flaute am Bau trifft den gesamten Sektor hart. Die Baumarktkette Hellweg meldete ebenfalls Zahlungsunfähigkeit an, dort sind rund 2.900 Stellen gefährdet. Bei den BayWa Bau und Gartenmärkten mit 46 Filialen sorgen sich etwa 1.300 Mitarbeiter um ihre berufliche Zukunft.

Weitere aktuelle Unternehmensinsolvenzen aus Deutschland, Österreich und der Schweiz finden Sie in unserer Übersicht der aktuellen Insolvenzen.

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