Der Geschäftsbetrieb läuft weiter – doch die Zukunft von 2.000 Beschäftigten steht auf dem Spiel. Der Polstermöbelhersteller Himolla aus dem bayerischen Taufkirchen hat beim zuständigen Gericht die Eröffnung eines Schutzschirmverfahrens beantragt. Das Unternehmen reiht sich damit in eine Serie von Pleiten innerhalb der deutschen Möbelbranche ein.
Branchenkrise trifft Traditionsunternehmen
Vor Himolla hatten bereits Hülsta, König und Neurath sowie Interlübke Zahlungsunfähigkeit angemeldet. Die gesamte europäische Möbelbranche steckt tief in der Klemme. Schwache Kaufbereitschaft der Verbraucher, eine ins Stocken geratene Bautätigkeit und preisaggressiver Wettbewerb aus Niedriglohnländern setzen den Herstellern massiv zu. Der Branchenumsatz in Deutschland sank im vergangenen Jahr auf rund 15,8 Milliarden Euro – ein Rückgang von 3,4 Prozent gegenüber dem Vorjahr. Besonders hart traf es die Polstermöbelindustrie: In den ersten beiden Monaten des laufenden Jahres brach der Umsatz um 13 Prozent ein und lag bei gerade noch 138 Millionen Euro.
Sanierung unter eigenem Management
Himolla selbst räumte ein, dass bisherige Umstrukturierungsmaßnahmen die Umsatzverluste und die daraus resultierenden Verluste nicht ausgleichen konnten. Das Schutzschirmverfahren bietet dem Unternehmen nun die Chance auf eine geordnete Sanierung. Ein wesentlicher Vorteil dieses Verfahrens: Die bisherige Unternehmensführung behält in der Regel das Steuer in der Hand und wird durch externe Fachleute begleitet. Das Gericht bestellt zusätzlich einen Sachverwalter, der die Interessen der Gläubiger schützt. Parallel dazu dürfte die Suche nach einem neuen Kapitalgeber anlaufen.
850 Mitarbeiter erhalten staatliche Unterstützung
Für die 850 Beschäftigten am Stammsitz Taufkirchen greift zunächst das staatliche Zahlungsausfallgeld für die Monate Juni, Juli und August. Wie es danach für alle 2.000 Mitarbeiter des Unternehmens weitergeht, ist bislang ungeklärt. Himolla versichert, den laufenden Betrieb ohne Einschränkungen aufrechtzuerhalten.
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