An vier Standorten in Thüringen kämpft das Unternehmen Thor ums Überleben. Der Spezialist für Haus und Gebäudetechnik hat beim zuständigen Gericht die Eröffnung eines Insolvenzverfahrens beantragt. 800 Beschäftigte sind betroffen.

Als Hauptgründe für die finanzielle Schieflage nennt die Unternehmensführung gestiegene Kraftstoffpreise, hohe Zinsen sowie Verzögerungen bei Bau und Modernisierungsprojekten. Die Kombination dieser Faktoren habe das Unternehmen in eine wirtschaftlich unhaltbare Lage gebracht.

Thor strebt eine Sanierung in sogenannter Eigenverwaltung an. Bei diesem Verfahren bleibt die Geschäftsführung im Amt und steuert das Unternehmen weiterhin selbst. Ein vom Gericht bestellter Sachwalter überwacht den Prozess von außen. Ein wesentlicher Vorteil dieser Variante: Die Gehälter der Mitarbeiter sind zunächst durch staatliches Insolvenzgeld gesichert.

Von der Zahlungsunfähigkeit betroffen sind die vier thüringischen Niederlassungen in Erfurt, Heiligenstadt, Menteroda sowie Leinefelde-Worbis. Ein fünfter Standort außerhalb Thüringens ist von dem Verfahren nicht erfasst.

Der laufende Betrieb soll nach Unternehmensangaben uneingeschränkt weitergehen. Bestehende Aufträge und Montageeinsätze führt Thor planmäßig fort. Langfristiges Ziel ist der Erhalt der Arbeitsplätze.

Künftig will das Unternehmen zwei Geschäftsbereiche stärker in den Vordergrund rücken: die Arbeitnehmerüberlassung im Baugewerbe sowie Aus und Weiterbildung. Ein Kernbereich soll die Qualifizierung von Quereinsteigern für die Industrie am Standort Menteroda im Unstrut-Hainich-Kreis bleiben. Ob einzelne Geschäftsbereiche aufgegeben werden, ließ Thor offen.

Wenn Sie weitere aktuelle Firmeninsolvenzen im DACH Raum suchen, finden Sie diese in unserer Übersicht Aktuelle Insolvenzen.

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