Dreißig Beschäftigte bangen um ihre Zukunft: Der Büromöbelhändler Müller steckt in ernsthaften finanziellen Schwierigkeiten. Das Amtsgericht München eröffnete am 4. August das vorläufige Verfahren zur Abwicklung der Zahlungsunfähigkeit der Büromöbel Sofort-Markt Müller GmbH. Als vorläufiger Verwalter des betroffenen Vermögens fungiert seither Anwalt Florian Linkert.
Das Unternehmen betreibt seinen Stammsitz in München sowie zwei weitere Filialen in Frankfurt am Main und Hamburg. Alle drei Häuser bleiben vorerst geöffnet und arbeiten ohne Einschränkungen weiter. Die Lohnzahlungen an die 30 Angestellten sind für Juli, August und September über staatliches Insolvenzgeld gesichert.
Als Ursache der Schieflage nennt das Unternehmen zwei zentrale Faktoren: Zum einen hielten Firmen angesichts der veränderten Arbeitswelt ihre Investitionen zurück. Zum anderen trieben stark gestiegene Betriebskosten das Unternehmen in die Bredouille. Diese Kombination erwies sich offenbar als zu schwere Last.
Die Büromöbel Sofort-Markt Müller GmbH wurde 1994 gegründet und hat sich auf den Handel mit gebrauchten sowie neuen Büromöbeln spezialisiert. Sie gehört zur Büromöbel Müller Fachhandelsgruppe, die seit 1984 bundesweit tätig ist. Andere Gesellschaften der Gruppe betreiben eigenständig Standorte in Berlin, Bielefeld, Dresden, Leipzig und Raubling sowie einen Onlinehandel. Diese Töchter sind vom aktuellen Verfahren nicht betroffen.
Der Verwalter Linkert verfolgt nun eine zweigleisige Strategie: Einerseits soll der vorhandene Warenbestand zügig verkauft werden, um frische Mittel in die Kasse zu spülen. Andererseits läuft bereits ein geregeltes Verfahren zur Suche nach einem Investor oder einem Käufer, der das Unternehmen übernimmt und fortführt.
Geschäftsführer Klaus Birner setzt dabei auf die gewachsenen Stärken des Hauses: langjährige Kundenbindungen, ein eingespieltes Team und jahrzehntelange Erfahrung im Büromöbelhandel. Linkert wertet den frühen Zeitpunkt der Antragsstellung als Vorteil für eine erfolgreiche Neuaufstellung.
Die Möbelbranche durchlebt seit geraumer Zeit eine schwierige Phase. Zuletzt hatte bereits die rheinland-pfälzische Möbelhauskette Pagnia Ende April Zahlungsunfähigkeit anmelden müssen.
Eine laufend aktualisierte Übersicht weiterer Firmeninsolvenzen im DACH Raum finden Sie unter Aktuelle Insolvenzen.
