Kaum drei Monate nach der drohenden Stilllegung steckt der Chemiestandort Leuna wieder in einer schweren Krise. Die Polyamid GmbH, die das Werk der früheren Domo Caproleuna übernommen hatte, ist zahlungsunfähig.
Das Unternehmen stellte beim zuständigen Amtsgericht einen Antrag auf Eröffnung eines Insolvenzverfahrens in Eigenverwaltung. Verantwortlich dafür sind nach Unternehmensangaben dramatisch gestiegene Rohstoffpreise. Geopolitische Spannungen, vor allem in der Golfregion, trieben die Kosten für benötigte Ausgangsstoffe um 40 bis zu 100 Prozent in die Höhe.
Die Lage verschärfte sich zusätzlich durch die Forderungen wichtiger Rohstofflieferanten. Diese verlangten Vorauszahlungen für ihre Lieferungen. Damit überstiegen die notwendigen Finanzmittel die ursprünglichen Planungen des Unternehmens erheblich. Eine Weiterführung des Betriebs außerhalb eines gerichtlichen Verfahrens war damit nicht mehr möglich.
Die Geschichte der Polyamid GmbH reicht nur wenige Monate zurück. Das Unternehmen entstand, um die Vermögenswerte der insolventen Domo Caproleuna zu übernehmen und den Betrieb in Leuna zu retten. Gesellschafter sind die Leuna-Harze GmbH sowie die Infraleuna GmbH. Im April hatte diese Konstruktion noch eine drohende Schließung des Werks abgewendet.
Nun steht erneut die Zukunft des Standorts auf dem Spiel. Das Unternehmen will den laufenden Betrieb auch während des Verfahrens aufrechterhalten und gleichzeitig einen Investor suchen.
Unsere laufend aktualisierte Übersicht zu weiteren Unternehmensinsolvenzen im DACH Raum finden Sie hier: Aktuelle Insolvenzen.
