Mi.. Juli 22nd, 2026

Der Flughafen Leipzig/Halle sollte einmal zum Ausgangspunkt einer neuen Ära der Luftfahrt werden. Doch das ambitionierte Vorhaben, dort grünen Treibstoff in industriellem Umfang herzustellen, gerät ins Stocken.

Der Grund: Die EDL Anlagenbau GmbH aus Leipzig, treibende Kraft hinter dem Projekt, kämpft ums Überleben. Das Amtsgericht Leipzig eröffnete Ende Juni ein Insolvenzverfahren in Eigenverwaltung über das Vermögen des Unternehmens. Die Geschäftsführung bleibt zwar im Amt, steht aber unter Aufsicht des Sachwalters Rüdiger Weiß. Ziel ist eine Sanierung über einen Insolvenzplan. Die österreichische Eigentümerin, die Pörner Gruppe aus Wien, begleite den Prozess nach eigenen Angaben konstruktiv.

Die Zahlen zeigen, wie es so weit kommen konnte. Im Geschäftsjahr bis Ende Juni 2025 brach der Umsatz von EDL auf rund 23,8 Millionen Euro ein. Im Vorjahreszeitraum hatte er noch bei etwa 30,8 Millionen Euro gelegen. Aus einem Gewinn von knapp einer Million Euro wurde ein Verlust von rund 36.000 Euro. EDL macht dafür eine angespannte Lage in der Chemie und Petrochemie verantwortlich. Hohe Energiekosten, schwache Konjunktur und unklare Vorschriften hätten Kunden zur Stornierung oder Verschiebung von Aufträgen bewogen.

Unmittelbar betroffen ist das Vorhaben mit dem Namen HyKero. Über eine Tochtergesellschaft, die XFuels HyKero GmbH, wollte EDL südlich von Leipzig in Böhlen-Lippendorf jährlich 50.000 Tonnen synthetisches Kerosin sowie 14.000 Tonnen synthetisches Naphtha produzieren. Die geplante Investitionssumme: rund 700 Millionen Euro. Das Konzept basiert auf der Umwandlung von Strom aus erneuerbaren Energiequellen in flüssige Kraftstoffe.

Das sächsische Wirtschaftsministerium bestätigt nun, dass der laufende Förderantrag für das Vorhaben pausiert. Es fordert das Unternehmen auf, zeitnah eine tragfähige Perspektive für die Tochtergesellschaft vorzulegen.

EDL selbst hält sich zu Einzelheiten des Projektstands bedeckt. HyKero habe für alle Beteiligten weiterhin hohe Bedeutung, heißt es lediglich. Das operative Geschäft laufe während des Verfahrens ohne wesentliche Einschränkungen weiter. Neue Aufträge nehme man an, bestehende Projekte würden fortgeführt.

Das Konzeptdesign für die Anlage ist nach Unternehmensangaben bereits abgeschlossen. HyKero war Teil der sächsischen Wasserstoffinitiative LHyVE, an der neben EDL auch die Leipziger Gruppe, VNG und deren Tochter Ontras beteiligt sind. Für den nächsten Schritt, so ist aus informierten Kreisen zu hören, brauche es vor allem politische Unterstützung.

Wenn Sie weitere aktuelle Firmeninsolvenzen im DACH Raum suchen, finden Sie diese in unserer Übersicht Aktuelle Insolvenzen.

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