Mi.. Sep. 9th, 2026

Der eingebrochene E-Bike-Markt reißt einen deutschen Getriebespezialisten in die Zahlungsunfähigkeit. Die hGears Schramberg GmbH hat beim zuständigen Gericht die Eröffnung eines Insolvenzverfahrens in Eigenverwaltung beantragt. Auslöser ist die anhaltende Schwäche im Segment Elektrofahrräder, die den Schwarzwälder Standort besonders hart trifft.

Die Produktionsanlagen in Schramberg liefen zuletzt weit unter ihrer Kapazität. Umfangreiche Spar- und Effizienzprogramme der vergangenen Jahre konnten das strukturelle Ungleichgewicht zwischen zu geringen Stückzahlen und einer zu hohen Kostenbasis nicht ausgleichen. Am Ende blieb die Zahlungsunfähigkeit.

Das Verfahren bleibt auf die deutsche Tochtergesellschaft beschränkt. Die Muttergesellschaft hGears AG ist börsennotiert und arbeitet unverändert weiter. Gleiches gilt für die Produktionsstandorte in Padua in Italien sowie in Suzhou in China. Auf die Schramberger Einheit entfielen im ersten Halbjahr 2026 rund 26 Prozent des Konzernumsatzes – ein erheblicher Anteil, der nun wegbricht.

Die bisherige Geschäftsführung bleibt während des Verfahrens im Amt. Sie soll den Umbau des Standorts steuern und den laufenden Betrieb aufrechterhalten. Kunden und Geschäftspartner sollen so wenig wie möglich von der Krise spüren. Konzernchef Sven Arend sieht in dem Verfahren die einzige verbleibende Möglichkeit, den Standort Schramberg auf eine neue wirtschaftliche Grundlage zu stellen.

Ob und in welchem Umfang Arbeitsplätze verloren gehen, ist derzeit offen. Das Ziel lautet, Schramberg langfristig wettbewerbsfähig aufzustellen – doch der Weg dorthin führt durch einen tiefgreifenden Umbau, dessen Ausmaß noch nicht feststeht.

Wenn Sie weitere aktuelle Firmeninsolvenzen im DACH Raum suchen, finden Sie diese in unserer Übersicht Aktuelle Insolvenzen.

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert