Der Versuch, das insolvente Insektenzuchtunternehmen FarmInsect aus Bergkirchen zu retten, ist gescheitert. Trotz monatelanger Verhandlungen mit mehreren Kaufinteressenten kam keine Einigung zustande. Der Geschäftsbetrieb wurde daraufhin vollständig eingestellt.
Insolvenzverwalter Alexander Zarzitzky von der Kanzlei Anchor bestätigte das endgültige Aus. Gespräche über eine Übernahme des laufenden Betriebs seien ohne Ergebnis geblieben. Zarzitzky führt derzeit noch Verhandlungen über den Verkauf immaterieller Vermögenswerte des Unternehmens. An der Stilllegung des operativen Geschäfts ändert das jedoch nichts.
Landwirtschaftliche Betriebe, die bislang Geschäftsbeziehungen mit FarmInsect unterhielten, werden nach Angaben des Insolvenzverwalters unverzüglich über die Lage informiert. Zarzitzky bemüht sich zudem darum, diesen Betrieben den Kontakt zu alternativen Anbietern von Larvenaufzuchten zu vermitteln.
Drei Ursachen führten in die Krise
Der Weg in die Zahlungsunfähigkeit vollzog sich in mehreren Schritten. Bereits im April hatte die FarmInsect GmbH beim Amtsgericht München einen Antrag auf Eröffnung eines Insolvenzverfahrens gestellt. Zarzitzky nannte damals drei wesentliche Ursachen.
Erstens erschwerten niedrige Marktpreise für Soja und Fischmehl die Wettbewerbsfähigkeit des Unternehmens erheblich. Zweitens belasteten hohe Produktionskosten die Finanzlage, sodass die Geschäftsführung bereits Ende 2024 interne Sparmaßnahmen einleiten musste. Den unmittelbaren Ausschlag für den Gang zum Insolvenzgericht gab schließlich eine verzögerte Auszahlung einer fest zugesagten Finanzierungstranche, die eine akute Liquiditätslücke aufriss.
Kurze Hoffnung nach der Pleite
Nach der Antragsstellung im April schien zunächst eine Rettung möglich. Der Geschäftsbetrieb lief an vier Farmstandorten weiter, die Löhne der Beschäftigten sicherte das Insolvenzgeld der Agentur für Arbeit ab. Zarzitzky arbeitete intensiv daran, Kunden, Lieferanten und potenzielle Geldgeber an einen Tisch zu bringen. Ein Investor sollte eigentlich bereits im Mai feststehen.
Doch die Gespräche zogen sich hin und führten zu keinem Abschluss. Mit der vollständigen Einstellung des Betriebs endet nun auch die letzte Hoffnung auf eine Fortführung des Unternehmens.
Einen Überblick über weitere Insolvenzmeldungen im DACH Raum erhalten Sie auf unserer Seite Aktuelle Insolvenzen.
