Drei Standorte, zwei Gesellschaften, ein Ziel: Die Baumann Spedition will die Zahlungsunfähigkeit überwinden und den Betrieb retten. Die zuständigen Amtsgerichte in Dresden und Chemnitz haben das Sanierungsverfahren in Eigenverwaltung für die Baumann Spedition Dresden GmbH und die Baumann Spedition Mochau GmbH nun offiziell eröffnet.
Im Zentrum der Rettungsstrategie steht ein Insolvenzplan. Diesen Weg haben die beteiligten Sanierungsexperten nach Prüfung verschiedener Optionen als den vielversprechendsten identifiziert. Gleichzeitig laufen die Verhandlungen mit den Gläubigern, um eine tragfähige Lösung für alle drei Niederlassungen in Dresden, Mochau bei Döbeln und Erfurt zu erarbeiten.
Als Ursachen der Unternehmenskrise nennt die Geschäftsführung mehrere Faktoren. Die schwache Konjunktur belastete das auf Frischwaren spezialisierte Transportunternehmen ebenso wie der Strukturwandel im Einzelhandel. Letzterer führte zum Wegfall mehrerer wichtiger Auftraggeber und brachte die Liquidität des Betriebs in eine kritische Schieflage.
Geschäftsführer Jörg Baumann behält im Rahmen der Eigenverwaltung die Kontrolle über das operative Tagesgeschäft. Rechtlich begleitet wird er dabei von Anwalt Stefan Ettelt der Kanzlei Kulitzscher & Ettelt, der als Generalbevollmächtigter fungiert. Ettelt und seine Kollegin Julia Schilling vertreten das Unternehmen in sämtlichen Fragen rund um das laufende Verfahren. Die kaufmännische Seite der Neuaufstellung verantwortet Ronny Baar von der ABG Consulting-Partner GmbH & Co. KG, der die Liquiditätsplanung sowie die Entwicklung konkreter Sanierungsmaßnahmen übernimmt.
Die Interessen der Gläubiger wahrt unterdessen Rechtsanwalt Dr. Nils Freudenberg von der Tiefenbacher Insolvenzverwaltung. Die Amtsgerichte bestellten ihn zum Sachwalter.
Trotz der schwierigen Lage vermeldet Baumann erste Teilerfolge. Der Betrieb lief während des vorläufigen Verfahrens ohne Unterbrechung weiter. Die Lohn und Gehaltszahlungen für Mai, Juni und Juli sicherte die Bundesagentur für Arbeit über das vorfinanzierte Insolvenzgeld ab. Seit August erwirtschaftet das Unternehmen die Personalkosten wieder aus dem laufenden Geschäft. Auch die wichtigsten Kunden und Geschäftspartner stehen dem Spediteur nach Unternehmensangaben weiterhin zur Seite.
Die Beteiligten sehen reelle Chancen auf eine erfolgreiche Sanierung. Als Grundlage dafür nennen sie den gesunden Kern des Geschäftsmodells und den frühen Zeitpunkt, zu dem die Eigenverwaltung beantragt wurde.
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