So.. Juli 19th, 2026

Ein geplatzter Deal zwingt die Marinomed Biotech AG zum zweiten Mal innerhalb weniger Monate vor Gericht. Das niederösterreichische Unternehmen mit Sitz in Korneuburg will erneut ein gerichtliches Sanierungsverfahren beantragen – diesmal ohne Eigenverwaltung.

Der Auslöser liegt in einem Geschäft, das eigentlich die Rettung bringen sollte. Unither Pharmaceuticals hatte den Bereich rund um den Meeresal­gen­wirkstoff Carragelose übernommen. Doch dann brach Unither die Verhandlungen ab und leistete ausstehende Zahlungen aus dem Verkauf nicht. Damit wurde der vom Gericht am 14. November 2024 genehmigte Sanierungsplan zur Makulatur.

Marinomed warnte daraufhin am Donnerstagabend vor drohender Zahlungsunfähigkeit. Das Ziel des neuen Verfahrens sei klar: Ein frischer Sanierungsplan soll die finanzielle Standfestigkeit des Unternehmens dauerhaft sichern.

Für den börsennotierten Biotechspezialisten ist es bereits der zweite Gang durch ein solches Verfahren. Mitte 2024 musste das Unternehmen erstmals einen entsprechenden Antrag stellen. Jenes Verfahren endete im Januar 2025. Nur wenige Wochen später droht nun der nächste Absturz.

Marinomed plant dabei zweigleisig vorzugehen. Einerseits sollen weitere Umstrukturierungsmaßnahmen die Kostenstruktur verbessern. Andererseits will das Unternehmen rechtliche Schritte gegen Unither Pharmaceuticals prüfen und dabei alle vertraglichen Ansprüche aus dem Carragelose­verkauf geltend machen.

Zusätzlich rückt die unternehmenseigene Marinosolv­technologie in den Fokus. Dabei handelt es sich um ein patentgeschütztes Verfahren, das schwer lösliche Wirkstoffe für den menschlichen Organismus besser verfügbar macht. Marinomed sieht darin offenbar noch ungenutztes wirtschaftliches Potenzial.

Carragelose selbst ist ein Wirkstoff auf Basis von Meeresalgen. Marinomed hatte ihn in verschiedenen Medizinprodukten eingesetzt, darunter Nasensprays, Rachensprays und Pastillen.

Das Unternehmen ist seit 2019 an der Wiener Börse gelistet. Wie es mit dem Sanierungsverfahren weitergeht und ob ein neuer Gläubigerausgleich gelingt, dürfte sich in den kommenden Wochen entscheiden.

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