Am 8. August 2026 erlischt ein Licht, das seit mehr als acht Jahrhunderten brennt. Die Fischerei Köllnitz am Großen Schauener See im brandenburgischen Landkreis Oder-Spree schließt endgültig ihre Tore. Eine Investorensuche blieb ohne Ergebnis.
Dabei umfasste das Unternehmen weit mehr als bloße Fischzucht. Zum Betrieb gehörten neben der Fischerei auch ein Restaurant, eine Räucherei, ein Hofladen sowie ein Hotel mit neun Doppelzimmern. 19 Beschäftigte arbeiteten auf dem Naturgut Köllnitz. Sie alle verlieren nun ihren Arbeitsplatz. Die Belegschaft wurde bereits über die bevorstehende Betriebsaufgabe informiert.
Den Anfang vom Ende markierte das Frühjahr 2026. Sowohl die Naturgut Köllnitz GmbH als auch die Fischerei Köllnitz GmbH stellten im März desselben Jahres einen Antrag auf Eröffnung eines Insolvenzverfahrens. Vorausgegangen war ein schwaches Geschäftsjahr 2025. Ein langer, harter Winter verschärfte die Lage zusätzlich. Schließlich zog sich der bisherige Gesellschafter aus der Finanzierung zurück. Der Absatz von Aalen, Zandern, Hechten und Karpfen hatte die nötige wirtschaftliche Grundlage nicht mehr hergegeben.
Jörg Wenzel übernahm die Funktion des vorläufigen Verwalters im Insolvenzverfahren. Unter seiner Aufsicht lief der Betrieb zunächst weiter, während parallel Interessenten gesucht wurden. Mehrere Kaufinteressenten prüften das Objekt und die Geschäftszahlen. Doch keiner von ihnen war bereit, die Immobilie zu erwerben und gleichzeitig den laufenden Betrieb fortzuführen. Damit war das Schicksal des Unternehmens besiegelt.
Wenzel zeigte sich bedauernd. Das Konzept sei interessant gewesen, das Team motiviert. Es habe schlicht nicht genug Kundschaft gegeben, um den Standort dauerhaft zu tragen. Nun beginnt die Suche nach Abnehmern für Grundstück, Gebäude und Inventar.
Der Fall Köllnitz steht nicht allein. Die wirtschaftliche Lage setzt Betriebe der Lebensmittelbranche bundesweit unter Druck. Gestiegene Kosten treffen auf zurückhaltende Verbraucher. Allein im ersten Halbjahr 2026 meldeten 63 Bäckereien Zahlungsunfähigkeit an. Das entspricht einem Anstieg von 40 Prozent gegenüber dem Vorjahreszeitraum.
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