Sa.. Aug. 29th, 2026

In Norddeutschland gerät eine weitere Bäckerei in finanzielle Schieflage. Das Unternehmen Michely aus Stuvenborn im Kreis Segeberg hat beim Amtsgericht Norderstedt die Eröffnung eines Insolvenzverfahrens beantragt. Rund 100 Beschäftigte blicken einer ungewissen Zukunft entgegen.

Das Gericht reagierte umgehend. Zum 24. August 2026 ordneten die Richter eine vorläufige Insolvenzverwaltung an. Inhaber Torben Michely stellte den Antrag über das eigene Betriebsvermögen. Warum das Unternehmen in diese Lage geriet, ist bislang nicht bekannt.

Immerhin gibt es für die Belegschaft eine beruhigende Nachricht: Entlassungen stehen vorerst nicht auf dem Plan. Zudem sichert die Bundesagentur für Arbeit die Löhne und Gehälter der Beschäftigten während der vorläufigen Verwaltungsphase für bis zu drei Monate über das sogenannte Zahlungsausfallgeld ab. Der Betrieb läuft derweil weiter.

Das Unternehmen betreibt insgesamt neun Verkaufsstellen. Die Standorte verteilen sich auf Stuvenborn, Neumünster, Großenaspe, Wahlstedt, Bad Segeberg, Hartenholm sowie Hamburg-Sasel. Gegründet wurde die Bäckerei nach eigenen Angaben im Jahr 2003 von Maren und Torben Michely.

Der Fall steht nicht allein. Die Backwarenbranche steckt bundesweit in einer tiefen Krise. Im ersten Halbjahr 2026 meldeten deutschlandweit 63 Bäckereibetriebe Zahlungsunfähigkeit an. Das entspricht einem Anstieg von 40 Prozent gegenüber dem gleichen Zeitraum des Vorjahres. Gestiegene Kosten für Rohstoffe und Energie setzen den Handwerksbetrieben massiv zu. Hinzu kommt ein verändertes Kaufverhalten: Verbraucher greifen zunehmend auf günstigere Backwaren aus dem Supermarkt zurück.

Erst kürzlich traf es auch die Bäckerei Konditorei Wahl. Dieses Unternehmen stellte ebenfalls einen Antrag auf Eröffnung eines Insolvenzverfahrens, und das in weitaus größerem Ausmaß: 54 Filialen und rund 400 Mitarbeiter sind dort betroffen.

Weitere Insolvenzfälle aus Deutschland, Österreich und der Schweiz finden Sie in unserer Übersicht Aktuelle Insolvenzen.

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