Mitten im Sommer blieben bei einem oberösterreichischen Metallbetrieb die Gehälter aus. Die Hinke Tankbau GmbH aus Vöcklamarkt konnte ihren 50 Beschäftigten die Junilöhne nicht mehr auszahlen. Darunter befinden sich sieben Auszubildende.
Das Landesgericht Wels eröffnete am 14. Juli 2026 ein Sanierungsverfahren ohne Eigenverwaltung. Den Antrag auf Einleitung des Verfahrens stellte das Unternehmen selbst.
Kernmarkt bricht weg, Ausweichstrategie scheitert
Jahrzehntelang hatte sich der Betrieb auf die Fertigung von Tanks und Behältern für Brauereien konzentriert. Als die Nachfrage in diesem Bereich spürbar nachließ, vollzog die Geschäftsführung ab 2024 eine strategische Wende in Richtung Pharmaindustrie. Doch auch dieser Kurswechsel brachte keine Rettung. Die Auftragslage schwächte sich erneut ab, während Investitionen zunehmend in die USA und nach Asien flossen.
Banken kappten Kreditrahmen
Den entscheidenden Schlag versetzte dem Unternehmen das Verhalten seiner Finanzierungspartner. Banken reduzierten bestehende Kreditrahmen und stellten laufende Darlehen fällig. Dem Betrieb entzog sich damit binnen kurzer Zeit die notwendige finanzielle Bewegungsfreiheit vollständig.
Die Gesamtverbindlichkeiten belaufen sich auf rund 3,3 Millionen Euro. Rund 140 Gläubiger sind von der Zahlungsunfähigkeit betroffen. Den verfügbaren Barmitteln von zuletzt etwa 400.000 Euro stehen damit Schulden in mehr als achtfacher Höhe gegenüber.
Gläubiger sollen 20 Prozent erhalten
Das Unternehmen plant die Fortführung des Betriebs während des gesamten Verfahrens. Den Gläubigern unterbreitet die Geschäftsführung einen Zahlungsvorschlag von 20 Prozent ihrer Forderungen, zu begleichen innerhalb von zwei Jahren.
Die Finanzierung dieses Vorhabens soll aus dem laufenden Geschäftsbetrieb sowie durch den Einstieg externer Kapitalgeber gespeist werden. Gespräche mit möglichen Investoren laufen bereits.
Rechtsanwalt Klaus Schiller übernimmt als bestellter Verwalter die Aufsicht über das Verfahren. Der erste Gerichtstermin zur Prüfung der Forderungen findet am 1. Oktober 2026 am Landesgericht Wels statt.
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