Fr.. Juni 19th, 2026

Kaum zweieinhalb Monate nach seiner Gründung steckt der Chemiestandort Leuna in der nächsten Krise. Die Leuna Polyamid GmbH hat beim zuständigen Amtsgericht einen Antrag auf Eröffnung eines Insolvenzverfahrens in Eigenverwaltung gestellt. Das Unternehmen war eigens gegründet worden, um den insolventen Vorgängerbetrieb Domo Caproleuna aufzufangen und dessen Stilllegung zu verhindern.

Doch der Plan scheiterte schneller als erwartet. Verantwortlich dafür sind nach Unternehmensangaben drastische Preisanstiege bei den benötigten Ausgangsstoffen. Auslöser waren geopolitische Spannungen, insbesondere in der Golfregion. Die Rohstoffpreise stiegen demnach um 40 bis zu 100 Prozent.

Besonders gravierend: Die Lieferanten bestanden auf Vorauszahlung ihrer Waren. Damit überstieg der tatsächliche Finanzbedarf die ursprünglichen Planungen des Unternehmens erheblich. Eine Weiterführung des Betriebs ohne formelles Insolvenzverfahren war nach eigenen Angaben nicht mehr darstellbar.

Die Leuna Polyamid GmbH gehört den beiden Gesellschaftern Leuna-Harze GmbH und Infraleuna GmbH. Das Unternehmen hatte zuvor die Vermögenswerte der insolventen Domo Caproleuna übernommen und die Produktion am Standort fortgesetzt.

Trotz der neuerlichen Zahlungsunfähigkeit will das Management den laufenden Betrieb aufrechterhalten. Parallel dazu sucht die Geschäftsführung nach einem Investor, der das Unternehmen übernehmen könnte. Der entsprechende Antrag ging bereits am Mittwoch beim Gericht ein.

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