Fr.. Juni 19th, 2026

Eine der ältesten Braustätten im Allgäu steht vor einem tiefgreifenden Umbau. Die Aktienbrauerei Kaufbeuren hat beim zuständigen Gericht in Aalen einen Antrag auf Eröffnung eines Insolvenzverfahrens in Eigenverwaltung gestellt. Das Gericht genehmigte den Antrag und ordnete die vorläufige Eigenverwaltung an.

84 Beschäftigte sind von der Entwicklung betroffen. Ihre Löhne und Gehälter sichert für die nächsten drei Monate das staatliche Insolvenzausfallgeld ab. Die Belegschaft soll auf einer Betriebsversammlung über den Fortgang des Verfahrens informiert werden.

Der Bierausstoß in Kaufbeuren läuft derweil unverändert weiter. Das Unternehmen betont ausdrücklich, dass der Brauereistandort erhalten bleibt und die gesamte Produktion vor Ort fortgeführt wird. Dennoch zieht das Verfahren organisatorische Konsequenzen nach sich: Geschäftsführung und Verwaltung siedeln künftig nach Ellwangen an der Jagst um. Von dort aus steuert die Unternehmensberatung ZMC den Sanierungsprozess.

Den Vorsitz der Sanierungsführung übernimmt Volker P. Zimmerer. Die Kanzlei WHP Rechtsanwälte und Betriebswirte begleitet das Verfahren juristisch. Als unabhängigen Sachwalter bestellte das Gericht den Rechtsanwalt Olaf Spiekermann.

Parallel zur laufenden Restrukturierung sucht das Unternehmen aktiv nach Investoren. Strategische Partner sollen die langfristige Zukunft des Standorts sichern. Wie viele Arbeitsplätze in Kaufbeuren letztlich bestehen bleiben, lässt das Unternehmen offen. Strukturelle und personelle Einschnitte schliesst die Unternehmensführung im Zuge des Sanierungskonzepts ausdrücklich nicht aus.

Regionale Veranstaltungen und Feste, an denen die Brauerei beteiligt ist, sollen nach aktuellem Stand wie geplant stattfinden.

Wenn Sie weitere aktuelle Firmeninsolvenzen im DACH Raum suchen, finden Sie diese in unserer Übersicht Aktuelle Insolvenzen.

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