Der Elektronikhändler Cleverbuy GmbH aus Krefeld hat seinen gesamten Geschäftsbetrieb mit sofortiger Wirkung eingestellt. Auf der Firmenwebsite teilte das Unternehmen mit, dass aus rechtlichen Gründen weder Geräte angekauft noch verkauft werden. Kunden wurden aufgefordert, keine Einsendungen mehr vorzunehmen, da diese ab sofort nicht mehr angenommen werden.
Als Ursache für den Schritt nennt das Unternehmen Zahlungsschwierigkeiten, die zur Stellung eines Insolvenzantrags geführt hätten. Man wolle gemeinsam mit einem noch zu bestellenden Insolvenzverwalter Lösungen erarbeiten, um die Forderungen der Gläubiger so weit wie möglich zu erfüllen. Zum Zeitpunkt der Bekanntmachung war in den offiziellen Insolvenzregistern allerdings noch kein entsprechender Eintrag zu finden. Auch das zuständige Amtsgericht Krefeld bestätigte, dass bislang kein Eigenantrag eingegangen sei.
Darüber hinaus scheiterten offenbar Verhandlungen über eine Übernahme des Geschäftsbetriebs durch ein anderes Unternehmen, wie Cleverbuy selbst mitteilte.
Die Insolvenz fällt in eine ohnehin kritische Phase für das Unternehmen. Seit Anfang der Woche stehen der Geschäftsführer und eine Mitarbeiterin vor Gericht. Die Staatsanwaltschaft wirft beiden gewerbsmäßigen Betrug sowie Kennzeichenverletzung vor. Grundlage des Verfahrens sind 115 Fälle seit Dezember 2022, in denen vereinbarte Kaufpreise für angekaufte Elektronikgeräte nicht ausgezahlt worden sein sollen. Der dadurch entstandene Schaden wird mit rund 73.600 Euro beziffert. Zuvor hatten bereits Hunderte Kunden Beschwerden über ausbleibende Zahlungen eingereicht.
Welche Folgen der Insolvenzantrag für den laufenden Prozess hat, dürfte sich spätestens am 6. Mai zeigen, wenn das Verfahren fortgesetzt wird.
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