Der traditionsreiche Druckmaschinenhersteller Manroland Sheetfed stellt seinen Betrieb in Offenbach ein. Zum 31. Mai endet die Produktion, einen Tag später folgt die vollständige Betriebsschließung. Rund 660 der insgesamt 750 Beschäftigten verlieren damit ihren Job. Die endgültige Abwicklung soll bis Ende 2026 dauern.
Lediglich 84 Mitarbeiter bleiben vorübergehend im Unternehmen, um noch offene Aufträge zu erledigen und einen möglichen Verkauf des Ersatzteil und Servicegeschäfts zu begleiten. Ob dieses Geschäft tatsächlich fortgeführt wird, ist jedoch fraglich. Gespräche mit Interessenten laufen zwar noch, doch nach aktuellem Stand ist auch hier keine Lösung in Offenbach in Sicht. Das Unternehmen gibt sich dennoch verhalten optimistisch.
Manroland hatte Ende Februar Insolvenz in Eigenverwaltung angemeldet. Alle Bemühungen, einen Investor zu finden, blieben erfolglos. Insolvenzverwalter Arndt Geiwitz erklärte, weltweit seien Überkapazitäten im Druckmaschinensektor vorhanden, seriöse Kaufangebote habe es nie gegeben. Allein im laufenden Jahr summierte sich der Verlust auf mehr als 40 Millionen Euro. Zu geringe Auslastung, hohe Kosten und massiver Preisdruck machten eine kostendeckende Produktion unmöglich.
Als Mitverantwortlichen für den Niedergang sieht die IG Metall den britischen Eigentümer Langley Holdings. Die Gewerkschaft wirft dem Konzern vor, das Unternehmen jahrelang gezielt ausgeblutet und notwendige Investitionen unterlassen zu haben. Offenbachs Oberbürgermeister Felix Schwenke schloss sich dieser Kritik an. Gemeinsam forderten Gewerkschaft und Stadtspitze, Eigentümer Anthony Langley müsse Verantwortung für die betroffenen Beschäftigten übernehmen. Konkret verlangen sie eine gut ausgestattete Transfergesellschaft sowie vollständige Offenlegung aller Verkaufs und Stilllegungspläne.
Das Unternehmen selbst begründet das Ende mit einer dauerhaften Abhängigkeit von Finanzspritzen des Eigentümers, die nicht länger tragbar gewesen sei. Manroland wurde 1871 gegründet und zählt zu den ältesten Druckmaschinenproduzenten weltweit. Langley Holdings übernahm den Sheetfed-Bereich im Jahr 2012. Seitdem entwickelte sich der Markt kontinuierlich rückläufig, Umsätze sanken, Verluste wuchsen stetig an.
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