Das Internat und die Privatschule auf Schloss Brannenburg im oberbayerischen Inntal stehen vor dem Ende. Die Institut Schloss Brannenburg GmbH hat beim Amtsgericht Rosenheim einen Insolvenzantrag gestellt. Das Gericht bestellte Dr. Harald Schwartz als vorläufigen Insolvenzverwalter, der nun gemeinsam mit seinem Team die wirtschaftliche Lage des Unternehmens prüft.
Der Schulbetrieb läuft noch bis zum Ende des laufenden Schuljahres weiter, damit die Schüler ihren Abschluss regulär absolvieren können. Ab dem Schuljahr 2026/2027 wird es keinen Unterricht mehr geben. Schul und Internatsbetrieb werden dann vollständig eingestellt.
43 Beschäftigte verlieren ihren Arbeitsplatz, darunter 25 Lehrkräfte. Ihre Gehälter sind über das gesetzliche Insolvenzgeld für drei Monate abgesichert.
Als Ursachen der finanziellen Schieflage nennt die Institutsleitung vor allem sinkende Schülerzahlen sowie stark gestiegene Betriebskosten. Besonders ins Gewicht fallen dabei die Unterhaltskosten des historischen Gebäudes. Das Schloss aus dem 19. Jahrhundert ist eine weitläufige Anlage im Stil der englischen Neugotik und prägte den besonderen Charakter der Einrichtung. Zugleich wurde es zur dauerhaften Kostenlast.
Die Schulleitung erklärte, das Modell einer privaten Realschule mit Internatsbetrieb sei unter den heutigen Bedingungen wirtschaftlich nicht mehr aufrechtzuerhalten. Man habe sich bewusst dazu entschieden, den Betrieb zu beenden, bevor die Qualität der Bildung und Betreuung darunter leide.
Das Institut betrieb eine staatlich anerkannte Realschule sowie eine Fachoberschule mit angeschlossenem Internat. Für viele Familien war die Kombination aus schulischer Förderung und persönlicher Betreuung in besonderer Umgebung ausschlaggebend für die Wahl dieser Einrichtung.
Mit der Schließung verliert die Region eine seit Jahrzehnten bekannte Privatschule. Für die betroffenen Schüler steht nun die Suche nach einer neuen schulischen Perspektive an. Den Beschäftigten bleibt die Frage, wie es nach dem Ende des Instituts beruflich weitergeht.
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