Ein Unternehmen, dessen Wurzeln bis ins Jahr 1855 zurückreichen, kämpft um seine Zukunft. Die Monta Klebebandwerk GmbH aus Immenstadt im Allgäu strebt eine umfassende Neuaufstellung an. Dafür hat das Unternehmen beim Amtsgericht Kempten einen Antrag auf Eröffnung eines Insolvenzverfahrens unter eigener Verwaltung gestellt. Produziert wird am Allgäuer Standort bereits seit 1856.
Von der Zahlungsunfähigkeit betroffen sind rund 160 Beschäftigte. Das erklärte Ziel der Unternehmensführung: den Standort Immenstadt sichern und möglichst alle Arbeitsplätze erhalten. Besonders die rund 130 Stellen am angestammten Produktionsort stehen im Fokus. Parallel dazu beliefert das Unternehmen Kunden in mehr als 50 Ländern und zählt zu den international bedeutenden Herstellern von Verpackungs und Industrieklebstoffen auf Trägermaterial.
Das Amtsgericht Kempten bestellte am 17. Juli 2026 den Münchener Rechtsanwalt Marco Liebler zum gerichtlichen Gutachter. Er prüft nun, ob die rechtlichen Voraussetzungen für eine Fortführung unter eigener Regie erfüllt sind. Eine Entscheidung des Gerichts wird noch vor Ende des laufenden Monats erwartet.
Geschäftsführer Lars Böhrnsen, seit Mai 2024 im Amt, wird von einem erfahrenen Beraterteam flankiert. Vincenz von Braun und Gregorio Calocero übernehmen als Generalbevollmächtigte die rechtliche Begleitung des Verfahrens. Für das operative und kaufmännische Tagesgeschäft verstärkt Gunther Gerlach als externer Interimsspezialist das Führungsteam. Laut der vorgelegten Sanierungsplanung reicht die gesicherte Finanzierung des laufenden Betriebs mindestens bis Ende Januar 2027.
Rückendeckung erhält die Unternehmensführung von mehreren Seiten. Hauptgläubiger, Betriebsrat, vorgeschlagene Mitglieder des vorläufigen Gläubigerausschusses sowie die Gesellschafter signalisieren Unterstützung für den eingeschlagenen Kurs. Die Gesellschafter wollen eine Investorenlösung mittragen, scheiden als Kapitalgeber jedoch selbst aus.
Inhaltlich konzentriert sich die Sanierung auf drei Schwerpunkte: die Verschlankung des Produktangebots, effizientere Abläufe in Produktion und Auftragsabwicklung sowie verstärkte Vertriebsaktivitäten. Gleichzeitig startet die gezielte Suche nach einem externen Investor. Die ausländischen Tochtergesellschaften in Ungarn und Rumänien bleiben von dem Verfahren vorerst unberührt.
Welche konkreten Ursachen die finanzielle Schieflage ausgelöst haben, ließ das Unternehmen bislang offen.
Eine laufend aktualisierte Übersicht weiterer Firmeninsolvenzen im DACH Raum finden Sie unter Aktuelle Insolvenzen.
