Der Maschinenbauer Paul Köster GmbH aus Medebach im Sauerland hat beim Amtsgericht Arnsberg einen Antrag auf Insolvenz in Eigenverwaltung gestellt. Als Datum wurde der 8. Juni 2026 genannt. Rund 320 Beschäftigte sind von der Krise betroffen.
Ausschlaggebend für die finanzielle Schieflage war die starke Abhängigkeit von der Automobilbranche. Mehrere Kunden des Unternehmens gerieten selbst in Insolvenz, was die Auftragslage bei Paul Köster erheblich verschlechterte. Gleichzeitig stiegen der Kostendruck und die Ausgaben, während die Einnahmen einbrachen. Das Zusammenspiel dieser Faktoren machte eine Fortführung ohne rechtlichen Schutzrahmen unmöglich.
Das Gericht bestellte Rechtsanwalt Marco Kuhlmann von der Kanzlei KKN Rechtsanwälte zum vorläufigen Sachwalter. Die bisherige Geschäftsführung bleibt im Amt und wird von zwei Restrukturierungsexperten unterstützt. Dr. Frank Kebekus und Karsten Müller-Körber von KebekusPartner übernehmen dabei die Funktion der Generalbevollmächtigten.
Der laufende Betrieb wird vorerst aufrechterhalten. Aufträge werden weiter abgewickelt, Kundenbeziehungen gepflegt und Lieferketten bedient. Die Gehälter der Belegschaft werden während des Verfahrens über das Insolvenzgeld der Bundesagentur für Arbeit gesichert.
Wie viele Stellen dauerhaft erhalten bleiben, ist noch offen. Eine Neuausrichtung des Unternehmens sei geplant, werde jedoch zwangsläufig Anpassungen mit sich bringen. Entscheidungen darüber sollen gemeinsam mit dem Betriebsrat getroffen werden.
Geschäftsführer Christopher Köster betont, das Verfahren bewusst frühzeitig eingeleitet zu haben, um den Standort Medebach und das Familienunternehmen zukunftsfähig aufzustellen. Als Stärken nennt das Unternehmen seine langjährige Expertise im Spezialmaschinenbereich sowie ein gewachsenes Kundennetz im In und Ausland.
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