Der insolvente Spielwarenhändler Rofu Kinderland hat eine Lösung für seine finanzielle Krise gefunden. Das Unternehmen unterzeichnete eine Vereinbarung mit der Kids & School Holding GmbH, die von Achim Weniger geführt wird. Ob der Deal tatsächlich in Kraft tritt, entscheiden die Gläubiger voraussichtlich im Sommer.
Rofu hatte im Januar 2026 Insolvenz angemeldet. Die Kette mit Sitz in Hoppstädten-Weiersbach betreibt mehr als 100 Filialen in sieben Bundesländern und verkauft seit über 40 Jahren Spielwaren, Babyartikel und Schulmaterial. Trotz des laufenden Verfahrens blieben alle Filialen geöffnet, die Gehälter wurden aus eigenen Einnahmen bestritten.
Laut der Vereinbarung übernimmt der neue Eigentümer 77 Standorte mit insgesamt 1035 Beschäftigten. 27 Filialen hingegen werden nicht weitergeführt. Sie sollen bis Juli einen Ausverkauf abhalten und danach schließen. Rund 330 Mitarbeiter, davon ein Großteil in Teilzeit oder als Aushilfe, erhalten die Kündigung.
Auch in der Region sind Standorte betroffen. Die Filialen in Fürth, Bayreuth, Amberg und Kitzingen bleiben erhalten, ihre Belegschaft wird vom Investor übernommen. Die Standorte in Weißenburg, Ansbach und Schwandorf gehören dagegen zu den Schließungen, den dortigen Mitarbeitern wurde bereits gekündigt.
Darüber hinaus wird die Zentrale in Hoppstädten-Weiersbach deutlich verkleinert. Von rund 360 Beschäftigten sollen lediglich etwa 80 übernommen werden. Das Außenlager in Ramstein mit circa 60 Mitarbeitern wird vollständig aufgegeben. Insgesamt sollen durch die Investorenlösung rund 1120 Arbeitsplatze gesichert werden.
Umgesetzt wird der Verkauf über einen Insolvenzplan. Rofu und das Sanierungsteam von Pluta erarbeiten in den kommenden Wochen die Details, über die die Gläubiger dann abstimmen. Läuft alles planmäßig, könnte das Unternehmen ab August 2026 wieder eigenständig operieren.
Sanierungsgeschäftsführer Marcus Katholing betonte, der Stellenabbau sei schmerzhaft, aber nicht vermeidbar. Investor Weniger sieht in Rofu großes Potenzial und will das Unternehmen dauerhaft als relevanten Anbieter im stationären Spielwarenhandel etablieren.
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