Mi.. Juli 22nd, 2026

Die Parfümerie Thiemann aus Bautzen kämpft ums Überleben. Das sächsische Familienunternehmen hat ein Planinsolvenzverfahren in Eigenverwaltung beantragt, um eine Sanierung aus eigener Kraft durchzuführen. Das Unternehmen betreibt 13 Filialen in Sachsen, Brandenburg und Sachsen-Anhalt und bezeichnet sich selbst als größte inhabergeführte Parfümeriekette Ostdeutschlands.

Trotz des laufenden Verfahrens bleiben sämtliche Standorte vorerst geöffnet. Für Kunden ändert sich nach Unternehmensangaben nichts: Beratung und Verkauf laufen normal weiter, ebenso der Onlineshop. Im Zuge der Sanierung soll allerdings geprüft werden, welche Filialen dauerhaft rentabel betrieben werden können.

Als Hauptursache der Krise nennt die Inhaberfamilie die Coronapandemie. Um während der Lockdowns laufende Kosten für Mieten und Gehälter zu stemmen, musste das Unternehmen erhebliche Kredite aufnehmen. Diese finanzielle Last wirkt bis heute nach. Erschwerend kommt hinzu, dass viele Einkaufszentren ihre frühere Kundenfrequenz bis heute nicht zurückgewonnen haben, während langfristige Mietverträge die Kostenseite belasten. Sinken die Besucherzahlen, steigen gleichzeitig aber die Fixkosten, wird ein Standort wirtschaftlich irgendwann nicht mehr haltbar.

Gegründet wurde Thiemann im Oktober 1990 in Bautzen. Aus einem einzigen Geschäft wuchs das Unternehmen zu einer regionalen Kette heran, mit Filialen unter anderem in Dresden, Leipzig, Görlitz, Cottbus und Halle.

Weitere aktuelle Unternehmensinsolvenzen aus Deutschland, Österreich und der Schweiz finden Sie in unserer Übersicht der aktuellen Insolvenzen.

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