Das Heilig-Geist-Hospital im rheinland-pfälzischen Bingen am Rhein steht vor einer umfassenden Sanierung. Nachdem die Klinik bereits Anfang Mai ein vorläufiges Insolvenzverfahren eingeleitet hatte, folgten am 21. Mai auch die beiden Tochtergesellschaften mit entsprechenden Anträgen. Alle drei Unternehmen sollen gemeinsam restrukturiert werden.
Das Allgemeinkrankenhaus verfügt über 132 Planbetten und beschäftigt rund 300 Mitarbeiter. Zu den Tochtergesellschaften zählen die HGH MVZ gGmbH, die das Medizinische Versorgungszentrum betreibt, sowie die HGH Service gGmbH als nichtmedizinische Servicegesellschaft. Da alle drei Einheiten eng miteinander verflochten sind, wurde ein gemeinsames Verfahren angestoßen. Rechtsanwalt Jens Lieser wurde für sämtliche Gesellschaften zum vorläufigen Insolvenzverwalter bestellt.
Die wirtschaftlichen Schwierigkeiten haben eine Vorgeschichte. Das HGH gehörte früher zur Marienhaus-Gruppe und wurde im Rahmen einer Restrukturierung ausgegliedert. Seither halten die Stadt Bingen am Rhein und der Landkreis Mainz-Bingen die Gesellschaftsanteile zu gleichen Teilen. Eigenständige Strukturen etwa in Verwaltung und IT ließen sich finanziell jedoch nicht ausreichend decken. Zusätzlich belasten geplante Kürzungen beim Pflegebudget ab April 2026 die wirtschaftliche Lage der Klinik.
Ziel des Verfahrens ist eine tragfähige Gesamtlösung für alle drei Gesellschaften. Gesucht wird ein Investor, der eine dauerhafte Fortführung des Betriebs ermöglicht. Laut Insolvenzverwalter Lieser sei eine einheitliche Restrukturierung aller versorgungsrelevanten Einheiten der sinnvollste Weg, um das Hospital neu aufzustellen.
Für Patienten und Beschäftigte soll sich vorerst nichts verändern. Der Geschäftsbetrieb aller drei Gesellschaften wird unverändert fortgesetzt. Die Gehälter der rund 300 Mitarbeiter sind über das gesetzliche Insolvenzgeld gesichert.
Eine laufend aktualisierte Übersicht weiterer Firmeninsolvenzen im DACH Raum finden Sie unter Aktuelle Insolvenzen.
