Ein Traditionsbetrieb aus dem sächsischen Wurzen kämpft ums Überleben. Die WUTRA Fördertechnik GmbH, seit fast 130 Jahren im Maschinenbau tätig, hat beim zuständigen Gericht die Eröffnung eines Insolvenzverfahrens beantragt. Besonderheit: Das Unternehmen verwaltet sich dabei selbst.
120 Beschäftigte sind unmittelbar betroffen. Sie erhalten vorerst staatliches Insolvenzgeld, das ihre Gehälter absichert. Die Fertigung läuft unterdessen weiter. Das Unternehmen stellt Förderanlagen her, darunter Schneckenförderer, Becherwerke und Gurtförderer.
Die Ursachen der Krise sind vielschichtig. Seit 2025 brachen die Aufträge deutlich ein. Gleichzeitig stiegen die Kosten für Material, Personal und Energie spürbar an. Hinzu kamen Störungen in den Lieferketten, die den Betrieb zusätzlich belasteten.
Der Betrieb sucht nun aktiv nach neuen Kunden, um die Auslastung zu verbessern und eine Grundlage für den Fortbestand zu schaffen. Ob das gelingt, ist offen.
Der Fall steht stellvertretend für eine breitere Entwicklung. Im ersten Halbjahr 2025 verzeichnete Deutschland laut Wirtschaftsforschern 12.900 Zahlungsunfähigkeiten von Unternehmen. Das ist der höchste Stand seit mehr als einem Jahrzehnt. Fachleute erwarten für 2026 keinen Rückgang, sondern einen weiteren Anstieg, insbesondere bei größeren Betrieben.
Wurzen liegt im Landkreis Leipzig. Die Region ist industriell geprägt, der Verlust eines solchen Arbeitgebers würde den lokalen Arbeitsmarkt spürbar treffen.
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