Das Amtsgericht Stade hat am 10. April 2026 im Fall der Prime Lithium AG aus Stade ein vorläufiges Eigenverwaltungsverfahren nach Paragraf 270a der Insolvenzordnung eingeleitet. Damit darf das Unternehmen seinen Betrieb vorerst in eigener Regie weiterführen.
Zum vorläufigen Sachwalter wurde Rechtsanwalt Dr. Malte Köster aus Bremen bestellt. Er überwacht künftig die Geschäftsführung im Interesse der Gläubiger, ohne jedoch selbst die Kontrolle über das Unternehmen zu übernehmen. Die Geschäftsleitung bleibt im Amt und ist für die Erarbeitung eines Sanierungskonzepts verantwortlich.
Die Eigenverwaltung gilt als ein auf Sanierung ausgerichtetes Insolvenzinstrument. Es kommt typischerweise dann zum Einsatz, wenn das betroffene Unternehmen noch realistische Chancen auf eine wirtschaftliche Neuaufstellung besitzt. Ziel ist eine Restrukturierung aus eigener Kraft statt einer klassischen Abwicklung durch einen externen Insolvenzverwalter.
Die Prime Lithium AG ist im Bereich Batterierohstoffe und Lithiumprojekte tätig und im Chemiepark Stade ansässig. Lithium gilt als zentraler Rohstoff für die Produktion von Batteriezellen und spielt damit eine wichtige Rolle in den Lieferketten rund um Elektromobilität und Energiewende. Das Unternehmen ist Teil des Industrieclusters am Standort Stade, dem eine gewisse regionale und wirtschaftliche Bedeutung zukommt.
Ob die Sanierung gelingt, wird sich in den kommenden Monaten entscheiden. Das Verfahren trägt das Aktenzeichen 73 IN 32/26.
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