Mi. 15. Apr.. 2026

Der Autozulieferer Erich Jäger aus Friedberg in Hessen hat beim zuständigen Amtsgericht einen Insolvenzantrag gestellt. Das fast 100 Jahre alte Unternehmen geriet zuletzt in ernsthafte Zahlungsschwierigkeiten. Weltweit sind rund 1000 Beschäftigte von der Pleite betroffen.

Erich Jäger fertigt seit Jahrzehnten Steckverbindungssysteme für Pkw, Lastkraftwagen und Traktoren. Zum Kundenkreis gehören namhafte Konzerne wie BMW, Volkswagen, Mercedes, Ford und Rheinmetall. Als vorläufiger Insolvenzverwalter wurde Jan Markus Plathner von der Kanzlei Brinkmann und Partner eingesetzt.

Die Muttergesellschaft Ad Capital nennt als Hauptursache für die Schieflage einen massiven Umsatzrückgang, ausgelöst durch geopolitische Krisen und eine anhaltend schwierige Marktsituation. Selbst eine Anfang 2026 eingeleitete Umstrukturierung konnte das Insolvenzverfahren nicht mehr abwenden.

Der laufende Geschäftsbetrieb wird vorerst aufrechterhalten. Die Löhne und Gehälter der Belegschaft sind über das Insolvenzgeld für mehrere Monate abgesichert. Verwalter Plathner betonte, Priorität habe zunächst die Stabilisierung des Betriebs sowie die Sicherstellung der Lieferfähigkeit. Gleichzeitig sollen die wirtschaftlichen Verhältnisse des Unternehmens transparent gemacht und mögliche Sanierungswege geprüft werden. Ziel ist es, rasch einen Investor zu finden, der das Unternehmen ganz oder zumindest in Teilen übernimmt.

Der Fall Erich Jäger steht exemplarisch für die wachsenden Schwierigkeiten in der deutschen Zuliefererbranche. Hoher Kostendruck, schwankende Auftragslagen und globale Unsicherheiten belasten vor allem mittelständische Betriebe mit internationaler Ausrichtung. Verschieben Automobilhersteller Investitionen oder fallen Aufträge weg, geraten solche Unternehmen schnell in eine kritische Lage.

Wenn Sie weitere aktuelle Firmeninsolvenzen im DACH Raum suchen, finden Sie diese in unserer Übersicht Aktuelle Insolvenzen.

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