So. 19. Apr.. 2026

Nach monatelanger Ungewissheit für die Belegschaft des insolventen Autozulieferers Plastic Manufacturing steht nun fest: Das Unternehmen wird teilweise weitergeführt, doch der Preis dafür ist hoch. Mindestens 375 Beschäftigte erhalten die Kündigung, ein Standort schließt vollständig.

Ein bislang nicht namentlich genannter Investor übernimmt zwei der drei Niederlassungen. Medienberichten zufolge soll es sich dabei um die AluConcept AG aus Dinslaken in Nordrhein-Westfalen handeln, ein Spezialist für galvanische Oberflächenbeschichtung. Eine offizielle Bestätigung liegt jedoch nicht vor. Die Standorte in Leinburg-Diepersdorf in Bayern und Lüdenscheid in Nordrhein-Westfalen gehen in die neue Trägerschaft über. Das Werk im sächsischen Oberlungwitz hingegen findet keinen Käufer und wird geschlossen.

Die Einschnitte am bayerischen Hauptstandort Diepersdorf sind besonders gravierend. Von zuletzt 535 Arbeitsplätzen bleiben nur rund 235 erhalten. Bereits zu Jahresbeginn waren dort 160 Stellen gestrichen worden, nun folgen weitere Kürzungen. In Lüdenscheid, wo das Werk unter dem Namen Linden Plastics firmiert, bleibt der Großteil der etwa 120 Beschäftigten vorerst in der neuen Struktur. Für die 75 Mitarbeiter in Oberlungwitz endet das Arbeitsverhältnis hingegen zum 31. Juli.

Insolvenzverwalter Volker Böhm zieht ein gemischtes Fazit. Mit der Transaktion sei es gelungen, wenigstens für einen Teil des Unternehmens eine tragfähige Grundlage zu schaffen. Gleichzeitig räumt er ein, dass die Einschnitte schmerzhaft seien. Als Ursachen nennt er erhebliche Umsatzrückgänge der vergangenen Monate sowie den strukturellen Wandel in der Automobilzulieferbranche.

Für die von Entlassung betroffenen Mitarbeiter am Standort Diepersdorf wurde nach Angaben des Insolvenzverwalters bereits eine Einigung mit dem Betriebsrat über einen Interessenausgleich und Sozialplan erzielt. Zusätzlich wird eine Transfergesellschaft eingerichtet, in der die Gekündigten bis zu sechs Monate lang beschäftigt bleiben und Qualifizierungsangebote nutzen können. Plastic Manufacturing hatte Ende 2024 Insolvenz anmelden müssen und gehörte zuvor zu den führenden Unternehmen in der Verarbeitung und Veredelung von Kunststoffen.

Weitere Insolvenzfälle aus Deutschland, Österreich und der Schweiz finden Sie in unserer Übersicht Aktuelle Insolvenzen.

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