Do. 16. Apr.. 2026

Der Maschinenbauer Polar Cutting Technologies aus Hofheim hat zum zweiten Mal innerhalb weniger Jahre ein Insolvenzverfahren in Eigenverwaltung beantragt. Für die rund 240 Beschäftigten am Stammsitz drohen betriebsbedingte Kündigungen.

Schon 2022 hatte das Unternehmen, das früher unter dem Namen Polar Mohr bekannt war, diesen Schritt gehen müssen. Damals verhinderte die Übernahme durch den Investor SOL Capital Anfang 2023 die vollständige Liquidation. Nun steckt der einstige Weltmarktführer für Papierschneidemaschinen erneut in einer tiefen Krise.

Die Belegschaft erfuhr davon in einer kurzfristig einberufenen Mitarbeiterversammlung. Das Verfahren soll eine Sanierung bei laufendem Betrieb ermöglichen, obwohl das Unternehmen mit erheblichen Liquiditätsproblemen kämpft. Dabei wird der Geschäftsführung ein gerichtlich bestellter Insolvenzverwalter zur Seite gestellt, der gemeinsam mit der Unternehmensleitung einen Sanierungsplan ausarbeitet. Ob und in welchem Umfang Stellen gestrichen werden, ist noch offen.

Zusätzlich belastet ist die Lage durch das Auslandsgeschäft. Die 25 Mitarbeiter am Standort Shanghai sollen abgefunden werden, da das Unternehmen das gemietete Gelände in China aufgibt. Geschäftsführer Yorck Richter, der erst im Dezember sein Amt angetreten hatte, hatte diesen Schritt bereits angekündigt.

Die wirtschaftliche Basis des Unternehmens hat sich zuletzt ohnehin stark verändert. Im Juli 2025 wurden die Markenrechte sowie die Technologie von Polar an die Heidelberger Druckmaschinen AG verkauft. Seitdem beschränkt sich das Hofheimer Unternehmen auf die Fertigung, darunter auch die Herstellung von Ersatzteilen, sowie auf die Entwicklung. Wie viele Stellen langfristig für dieses deutlich schmalere Geschäftsmodell benötigt werden, gehört zu den zentralen Fragen, die das Insolvenzverfahren klären muss.

Hinzu kommt, dass die Insolvenz kaum zwei Wochen nach einer weiteren Hiobsbotschaft bekannt wurde. Kurz zuvor war entschieden worden, dass PCT nicht wie ursprünglich geplant in das neue Gewerbegebiet in Diedenbergen zieht, sondern stattdessen eine Bestandsimmobilie in Eschborn bezieht.

Weitere aktuelle Unternehmensinsolvenzen aus Deutschland, Österreich und der Schweiz finden Sie in unserer Übersicht der aktuellen Insolvenzen.

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