Sa.. Mai 30th, 2026

Die Ing. H. Gradwohl Gesellschaft m.b.H. aus Melk ist zahlungsunfähig. Das Unternehmen hat beim Landesgericht St. Pölten die Eröffnung eines Sanierungsverfahrens ohne Eigenverwaltung beantragt. Besonders bitter: Bereits 2023 war ein früheres Sanierungsverfahren abgeschlossen worden, alle damals vereinbarten Quoten sollen erfüllt worden sein.

Der Betrieb existiert seit 1980 und ist auf Druckerei sowie Kunststoffverarbeitung spezialisiert. Die Firma unterhält zwei Werke in Melk sowie einen weiteren Standort in Wimpassing an der Pielach. Von der Insolvenz sind 160 Beschäftigte betroffen, darunter fünf Lehrlinge. Löhne und Gehälter wurden zuletzt nur bis einschließlich April ausgezahlt.

Die Gesamtverbindlichkeiten belaufen sich auf rund 2,6 Millionen Euro. Als Ursachen für die erneute Schieflage nennt das Unternehmen veränderte Marktbedingungen sowie geopolitische Entwicklungen, insbesondere im Zusammenhang mit dem Irankonflikt. Zudem hätten gestiegene Lohnkosten infolge von Kollektivvertragserhöhungen die finanzielle Lage zusätzlich belastet.

Den Gläubigern wird die gesetzliche Mindestquote von 20 Prozent angeboten, zahlbar innerhalb von zwei Jahren. Die Mittel dafür sollen aus dem laufenden Geschäftsbetrieb erwirtschaftet werden. Begleitend sind Restrukturierungsmaßnahmen geplant. Ob das Angebot realistisch und finanzierbar ist, prüft derzeit der Kreditschutzverband KSV1870.

Eine laufend aktualisierte Übersicht weiterer Firmeninsolvenzen im DACH Raum finden Sie unter Aktuelle Insolvenzen.

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