Die H & S Unterberger Transportgesellschaft m.b.H. ist zahlungsunfähig. Das Landesgericht Leoben hat am 29. Oktober 2026 ein Sanierungsverfahren ohne Eigenverwaltung über das Unternehmen eröffnet. Das Aktenzeichen lautet 17 S 27/26b. Der Betrieb soll weiterlaufen, acht Beschäftigte hängen daran.
Wer betroffen ist
Die Firma sitzt in Oberaich, einem Ortsteil von Bruck an der Mur, und hat sich auf Sondertransporte, Expressfahrten und Begleitschutz im Straßenverkehr spezialisiert. Der Gesellschaftsvertrag stammt vom 17. Januar 1984. Früher trat das Unternehmen unter dem Namen Karl Unterberger Transportgesellschaft m.b.H. auf. 2006 übernahm es Teile des Betriebs der Kurt Unterberger Transportgesellschaft mbH.
Hubert Unterberger führt die Geschäfte und hält 25 Prozent der Anteile. Die übrigen 75 Prozent gehören Sabine Unterberger.
Nach den vorliegenden Angaben stehen rund 19 Gläubiger mit Forderungen von etwa 614 000 Euro im Feld. Die jüngste vorliegende Bilanz stammt vom 31. Dezember 2024.
Warum das Geld ausging
Mehrere Probleme trafen das Unternehmen gleichzeitig. Zuerst brachen Großaufträge weg, allen voran die des Hauptauftraggebers, für den die Firma als Subunternehmer fuhr. Hinzu kamen Verschiebungen und Stornierungen von Aufträgen, die das Unternehmen auf die schwache Konjunktur zurückführt.
Gleichzeitig belasteten hohe Diesel- und Energiekosten die Rechnung. Auch bei der Suche nach Personal kam die Firma nicht voran.
Die Geschäftsführung versuchte gegenzusteuern. Sie verhandelte Verträge neu und vereinbarte, dass Änderungen des Dieselpreises wöchentlich an die Kunden weitergegeben werden. Zudem leitete sie eine Restrukturierung ein. Die bis dahin aufgelaufenen Verluste ließen sich damit nicht mehr ausgleichen.
Wie es weitergeht
Das Unternehmen hat selbst die Eröffnung beantragt und legt einen Sanierungsplan vor. Er sieht vor, dass die Gläubiger 20 Prozent ihrer Forderungen erhalten. Die Zahlung soll binnen zwei Jahren nach Annahme des Plans erfolgen.
Bei einem Sanierungsverfahren ohne Eigenverwaltung behält die Geschäftsführung nicht die volle Kontrolle. Das Gericht hat Rechtsanwalt Dr. Gernot Prattes aus Bruck an der Mur als Insolvenzverwalter bestellt. Er verwaltet das Vermögen und muss klären, ob eine Fortführung den Gläubigern nützt. Außerdem prüft er, ob sich der vorgeschlagene Sanierungsplan tatsächlich erfüllen lässt.
Das Geld für den laufenden Betrieb soll aus dem Geschäft selbst kommen. Dazu zählen die zu erwartenden Einnahmen aus bereits erteilten Aufträgen.
Für die acht Beschäftigten ist die Lage ungewiss, solange das Verfahren läuft. Rückständige Gehälter und andere Ansprüche aus dem Arbeitsverhältnis können sie in der Regel über das Insolvenzentgelt absichern. Dazu müssen sie ihre Forderungen fristgerecht anmelden.
Die nächsten Termine
Gläubiger können ihre Forderungen bis zum 2. Dezember 2026 beim Insolvenzverwalter anmelden. Am 16. Dezember 2026 folgt die Tagsatzung zur Berichterstattung und Forderungsprüfung. Dort legt der Verwalter dar, wie es um das Unternehmen steht, und die angemeldeten Forderungen werden geprüft.
Am 13. Jänner 2027 entscheiden die Gläubiger bei der Sanierungsplantagsatzung über den Vorschlag. Nehmen sie den Plan mit den nötigen Mehrheiten an und bestätigt ihn das Gericht, kann die Firma den Betrieb ohne Abwicklung fortsetzen. Andernfalls droht die Verwertung des Vermögens.
Eine laufend aktualisierte Übersicht weiterer Firmeninsolvenzen im DACH Raum finden Sie unter Aktuelle Insolvenzen.
