Für 1250 Beschäftigte in Unna steht die Zukunft auf dem Spiel. Die Betreibergesellschaft des Galeria Zentrallagers in Unna hat am 28. Oktober 2026 einen Insolvenzantrag gestellt. Das Logistikunternehmen gehört zu FIEGE und führt das Lager als Teil des Konzerns. Sein Sitz liegt an der Gießerstraße im Stadtteil Königsborn.

Ein einziger Kunde

Die Gesellschaft arbeitet ausschließlich für die Warenhauskette Galeria. Von Unna aus versorgt sie derzeit 83 Filialen. Für Galeria ist es der einzige Logistikstandort. Genau diese Abhängigkeit bringt das Unternehmen nun in Not. Die Dauerkrise der Warenhauskette und deren erneute Pleite belasten den Lagerbetrieb massiv. Es drohen starke Einschnitte, möglicherweise sogar das Aus für das Lager.

Galeria steckte schon früher in einem Insolvenzverfahren. Zuvor hatten beide Seiten ihre Zusammenarbeit ausgebaut: FIEGE übernahm die gesamte Logistik für Lager und Transport und stellte den Betrieb entsprechend um. Damit hing der Standort Unna noch stärker an dem einen Auftraggeber.

Betrieb läuft vorerst weiter

Wie es nun formal weitergeht, ist offen. Zur Art des Verfahrens, zum zuständigen Gericht und zu einem Insolvenzverwalter liegen bislang keine Angaben vor. Auch zum Umsatz des Unternehmens macht niemand Zahlen öffentlich.

Klar ist der Zeitplan für den laufenden Betrieb. Die Geschäfte sollen bis zum 31. Dezember 2026 weitergehen. Bis dahin bleibt das Lager in Betrieb und beliefert die Warenhäuser weiter.

Nach einem Insolvenzantrag prüft das zuständige Gericht zunächst die Lage des Unternehmens. Häufig läuft der Betrieb in dieser Phase unter Aufsicht weiter, damit Aufträge erfüllt werden und Vermögen erhalten bleibt. Für Beschäftigte greift in solchen Fällen grundsätzlich das Insolvenzgeld. Die Bundesagentur für Arbeit übernimmt dabei für bis zu drei Monate den ausgefallenen Nettolohn.

Suche nach neuen Auftraggebern

Die 1250 Arbeitsplätze gelten als gefährdet. FIEGE bemüht sich nach eigenen Angaben darum, neue Kunden für den Standort Unna zu gewinnen. Gelingt das, könnte das Lager auch ohne die Warenhauskette Aufträge erhalten. Ob und wann das gelingt, ist derzeit nicht absehbar.

Zugleich steht Galeria unter Druck, die eigenen Kosten zu senken. Das betrifft auch die Logistik. Wie stark sich die Sparvorgaben auf das Lager in Unna auswirken, bleibt abzuwarten. Fest steht: Die Beschäftigten arbeiten vorerst bis Jahresende weiter, danach ist ihre Zukunft ungewiss.

Einen Überblick über weitere Insolvenzmeldungen im DACH Raum erhalten Sie auf unserer Seite Aktuelle Insolvenzen.

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