Nach rund einem Jahr Insolvenz bekommt ein gestrandetes Bauprojekt an der Mosel eine neue Perspektive. Der Insolvenzverwalter hat die Anlage verkauft. Die neuen Eigentümer wollen sie binnen 15 Monaten fertigstellen.

Notarieller Verkauf kurz vor dem Wochenende

Der Kaufvertrag wurde in der Woche vor dem 23. Oktober 2026 notariell beurkundet. Rechtsanwalt Ingo Grünewald von der Sozietät Professor Schmidt, Grünewald und Partner hatte die Immobilie im Auftrag der Gläubiger verwertet. Sie gehörte der Bauträgergesellschaft freiraum 3, die im Oktober 2025 Insolvenz anmelden musste. Später eröffnete das Gericht das Verfahren. Das genaue Datum der Eröffnung ist nicht bekannt.

Die Erwerber sind zwei Unternehmen aus Jüchen: die VT-Haustraum GmbH und die Immoviser GmbH. Sie haben sich für das Vorhaben zu einer Investorengemeinschaft zusammengetan.

Ein Projekt mit 30 Wohnungen

Die Moselresidenz soll im Stadtteil Wolf entstehen, direkt am Fluss. Geplant sind drei Gebäude mit insgesamt 30 barrierefreien Eigentumswohnungen. Die Flächen reichen von 77 bis 150 Quadratmetern. Angaben zu Beschäftigten oder zum Umsatz der Gesellschaft liegen nicht vor, ebenso wenig zu den Ursachen der Zahlungsunfähigkeit.

Der Rohbau lag fast zwei Jahre brach. Vor Ort sorgte das für Unruhe. Ortsvorsteherin Beatrix Kimnach von der SPD berichtete von Sorgen unter den Einwohnern wegen der ruhenden Baustelle.

Was aus den Käufern wird

Der insolvente Bauträger hatte ursprünglich sieben Kaufverträge abgeschlossen. Ein Käufer zahlte bereits 250.000 Euro für seine Wohnung ein. In solchen Fällen stehen Erwerber vor großer Unsicherheit, denn im Insolvenzverfahren müssen Ansprüche gegenüber dem Bauträger geklärt werden. Verträge mit der insolventen Gesellschaft enden dabei nicht automatisch, der Verwalter entscheidet über ihre Abwicklung.

Nun haben vier der sieben Erstkäufer neue Bauträgerverträge mit den Investoren geschlossen. Drei weitere Käufer lösten ihre bisherigen Verträge auf. Den Kontakt zu den Investoren stellte ein Wohnungskäufer her, der sie beim Tennisspielen kennengelernt hatte.

Mehr als 20 der 30 Wohnungen sind weiterhin unverkauft. Dafür suchen die neuen Eigentümer noch Interessenten.

Einschätzung des Verwalters

Grünewald wertet die Einigung als keineswegs selbstverständlich. Er spricht von einem gemeinsamen Erfolg aller Beteiligten. Ob der Zeitplan hält, wird sich in den kommenden Monaten zeigen. Fest steht: Die Arbeit an der Moselresidenz soll nach der langen Pause wieder aufgenommen werden.

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