Jahrzehntelang rollten ihre Pasta durch die Küchen prominenter Politiker. Jetzt hat die Sassella Tartero GmbH aus Rheinbach ein ernstes wirtschaftliches Problem.

Das Amtsgericht Bonn hat in diesem Monat das Zahlungsunfähigkeitsverfahren gegen den Nudelhersteller Sassella Tartero offiziell eröffnet. Als Grund nennt das Gericht eine Überschuldung des Unternehmens. Wie es mit der Fabrik weitergeht, bleibt vorerst offen. Im November kommen die Gläubiger zusammen, um über die Zukunft des Betriebs zu entscheiden.

Die Geschichte des Unternehmens reicht bis in die frühen Neunzigerjahre zurück. Damals eröffneten die Brüder Tartero ihr gleichnamiges Restaurant im Bonner Stadtteil Kessenich. Das Lokal entwickelte sich schnell zu einer Adresse für prominente Gäste aus dem nahen Politikbetrieb. Helmut Kohl und Angela Merkel sollen zu den Besuchern gezählt haben.

Dieser Erfolg trieb die Brüder zu einem weiteren Schritt. Im Jahr 1997 gründeten sie in Rheinbach eine eigene Nudelfabrik, ausgestattet mit einer traditionellen Bronzepresse. Von dort aus versorgten sie fortan Restaurants, Hotels und Feinkostläden in ganz Deutschland. Später fanden ihre Produkte auch den Weg in die Regale großer Supermarktketten wie Rewe und Edeka.

Das Restaurant selbst gehört seit 2025 nicht mehr den Brüdern. Nach mehr als dreißig Jahren gaben sie das Lokal ab. Ein Familienmitglied führt es seitdem weiter. Die Gaststätte ist von dem laufenden Insolvenzverfahren nicht betroffen.

Nun liegt die Zukunft der Nudelfabrik in den Händen der Gläubiger.

Weitere Insolvenzfälle aus Deutschland, Österreich und der Schweiz finden Sie in unserer Übersicht Aktuelle Insolvenzen.

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