Die Werkstatt in Franking steht still, die Maschinen sind größtenteils verkauft. Am 8. September 2026 eröffnete das Landesgericht Ried über die Tischlerei Huber-Fenster ein Konkursverfahren. Sechs Dienstnehmer verlieren damit ihre Arbeit.

Antrag der Schuldnerin selbst

Die GmbH mit Sitz in Holzöster 23 hatte den Insolvenzantrag selbst gestellt. Das Verfahren läuft unter dem Aktenzeichen 17 S 35/26t. Das Gericht bestellte den Rechtsanwalt Mag. Dr. Gerald Priller zum Insolvenzverwalter. Als Stellvertreter steht ihm Rechtsanwalt Dr. Alexander Lison zur Seite.

Ein Konkurs unterscheidet sich von einer Sanierung. Er zielt nicht auf die Fortführung des Unternehmens, sondern auf die Verwertung des vorhandenen Vermögens. Den Erlös verteilt der Verwalter anschließend anteilig an die Gläubiger. Betroffen sind hier zwölf Gläubiger.

Ein Ausfall von 400.000 Euro

Den Anstoß zur Zahlungsunfähigkeit gab nach den vorliegenden Angaben die Insolvenz der IPM Schober Fenster GmbH. Dadurch fielen Forderungen von etwa 400.000 Euro aus. Das Unternehmen musste sie abschreiben und konnte seine eigenen Verbindlichkeiten anschließend nicht mehr bedienen.

Die Verbindlichkeiten summieren sich auf etwa 1,014 Millionen Euro. Dem steht ein Vermögen von etwa 600.000 Euro gegenüber. Den größten Posten bildet eine Liegenschaft mit einem Verkehrswert von etwa 400.000 Euro. Hinzu kommen offene Kundenforderungen von etwa 200.000 Euro, wobei diese Zahl auf Angaben der Schuldnerin beruht. Ob sich diese Außenstände tatsächlich eintreiben lassen, zeigt erst die weitere Abwicklung.

Betrieb geschlossen, Verwertung beginnt

Eine Wiedereröffnung ist nicht in Sicht. Es gibt keine positive Fortbestehensprognose, und für einen Neustart fehlen die liquiden Mittel. Die Masseverwaltung soll den Betrieb endgültig schließen und das verbliebene Vermögen zu Geld machen. Hinweise auf eine Investorensuche liegen nicht vor.

Für die sechs Beschäftigten bedeutet die Konkurseröffnung in der Regel, dass ausstehende Entgeltansprüche über den Insolvenz-Entgelt-Fonds gesichert werden können. Dafür müssen sie ihre Ansprüche fristgerecht anmelden.

Gläubiger müssen ihre Forderungen bis spätestens 4. November 2026 beim Gericht anmelden. Am 18. November 2026 findet am Landesgericht Ried die erste Gläubigerversammlung statt. Dort wird zugleich die Berichts- und Prüfungstagsatzung abgehalten. Der Verwalter legt dann seinen Bericht zur Lage vor, und die angemeldeten Forderungen werden geprüft.

Firma mit langer Geschichte

Die Gesellschaft ist seit dem 17. Dezember 1998 im Firmenbuch eingetragen. Gesellschafter sind Martin Huber und Ing. Simon Huber. Letzterer führt die Geschäfte seit August 2022. Das Unternehmen war im Fensterbau und in der Möbeltischlerei tätig. Nach vorliegenden Basisdaten geht es möglicherweise auf einen Vorläuferbetrieb aus dem Jahr 1962 zurück, der später in die GmbH überführt wurde. Weitere Standorte sind nicht bekannt.

Weitere Insolvenzfälle aus Deutschland, Österreich und der Schweiz finden Sie in unserer Übersicht Aktuelle Insolvenzen.

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