Seit 1935 versorgten drei Generationen einer fränkischen Familie den Großraum Nürnberg mit handwerklich gebackenem Brot. Damit ist es vorbei. Die Bäckerei Siegersdorfer Landbrot aus Schnaittach im Kreis Nürnberger Land hat Ende Juli ihren Betrieb endgültig aufgegeben.

Zwölf Beschäftigte verloren damit ihren Arbeitsplatz. Laut Insolvenzverwalter Alexander Raab haben bereits einige von ihnen eine neue Stelle gefunden. Für die übrigen sieht er gute Aussichten auf dem Arbeitsmarkt.

Ein Käufer fand sich nicht

Eine Rettung des Traditionsbetriebs scheiterte am fehlenden Interesse potenzieller Übernehmer. Raab bestätigte, dass keinerlei Interessenten für eine Fortführung oder Übernahme des Unternehmens aufgetreten seien. Eine Sanierung war damit ausgeschlossen.

Die Ursachen für die wirtschaftliche Schieflage sieht der Insolvenzverwalter in einem Zusammenspiel mehrerer Faktoren. Erstens habe die geringe Betriebsgröße den Spielraum für wirtschaftliche Anpassungen erheblich eingeschränkt. Größere Unternehmen im Bäckerhandwerk könnten Marktschwankungen deutlich besser abfedern.

Zweitens habe das Unternehmen seinen Absatz nahezu vollständig über zwei große Einzelhandelsketten abgewickelt, deren Filialen in der Region beliefert wurden. Diese Abhängigkeit erwies sich als fatal.

Konsumzurückhaltung trifft Premiumanbieter

Den entscheidenden Ausschlag gab letztlich das veränderte Einkaufsverhalten der Verbraucher. Siegersdorfer Landbrot positionierte sich im gehobenen Preissegment und produzierte nach überlieferten Rezepturen, ohne Fertigmischungen und ausschließlich mit ausgebildetem Fachpersonal. Genau das wurde dem Betrieb zum Verhängnis. Wegen der angespannten wirtschaftlichen Lage greifen Verbraucher derzeit verstärkt zu günstigeren Alternativen, so Raab.

Über die genaue Höhe der Verbindlichkeiten lassen sich noch keine Aussagen treffen. Die Erfassung der Forderungen läuft derzeit noch. Gläubiger können ihre Ansprüche beim zuständigen Insolvenzgericht bis zum 2. Oktober anmelden.

Maschinen kommen unter den Hammer

Was vom Betrieb übrig bleibt, wird versteigert. Zur Versteigerung stehen unter anderem Etagenbacköfen, Knetmaschinen, weitere Bäckereimaschinen sowie der Fuhrpark und sonstige Betriebsausstattung. Die Auktion findet über eine Internetplattform für gewerbliche Versteigerungen statt.

Das Unternehmen belieferte nach eigenen Angaben Abnehmer im Großraum Nürnberg sowie in den Regionen Nürnberger Land, Fürth und Erlangen.

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