Fr.. Juni 12th, 2026

Seit über neun Jahrzehnten fertigt das Familienunternehmen Breckle Matratzen und Schlafmöbel – nun kämpft der Betrieb ums Überleben. Die Breckle Matratzenwerk Weida GmbH hat beim zuständigen Gericht die Eröffnung eines Insolvenzverfahrens in Eigenverwaltung beantragt.

Auslöser der Krise sind nach Unternehmensangaben massiv gestiegene Betriebskosten. Seit Jahresbeginn kletterten die Ausgaben sprunghaft um bis zu 25 Prozent. Gleichzeitig drückt der Handel die Verkaufspreise – ein Schereneffekt, der dem Unternehmen die wirtschaftliche Grundlage entzog.

Am thüringischen Produktionsstandort Weida im Landkreis Greiz beschäftigt Breckle derzeit 270 Mitarbeiter. Das Unternehmen betont, sämtliche Arbeitsplätze erhalten zu wollen.

Bei einer Zahlungsunfähigkeit in Eigenverwaltung bleibt die Geschäftsführung im Amt und steuert den Betrieb weiter. Ein vom Gericht bestellter Sachwalter überwacht das Verfahren von außen. Dieses Modell bietet dem Unternehmen den Vorteil gesetzlicher Liquiditätshilfen, darunter das sogenannte Insolvenzgeld für die Belegschaft.

Breckle blickt auf eine wechselvolle Geschichte zurück. Emil Breckle gründete den Betrieb 1932 in Benningen am Neckar als kleinen Polsterbetrieb mit drei Beschäftigten. In den Folgejahrzehnten wandelte sich das Unternehmen zum Matratzenproduzenten. Nach der deutschen Wiedervereinigung expandierte die Firma 1990 nach Weida. Heute leitet Gerd Breckle das Unternehmen – er ist ein Enkel des Gründers.

Neben dem Standort in Weida, wo das Unternehmen auch ein eigenes Schaumstoffwerk betreibt, produziert Breckle in Seelbach sowie in Benningen am Neckar. Beliefert werden Fachhändler, Möbelhäuser und Onlineanbieter.

Die Firmengruppe steht nicht zum ersten Mal vor harten Einschnitten. 2022 schloss Breckle das Werk im badenwürttembergischen Bietigheim, 110 Beschäftigte verloren damals ihren Arbeitsplatz. Das einstige Werk in Northeim ging 2024 in die Zahlungsunfähigkeit, nachdem es bereits 2020 verkauft worden war.

Ob das laufende Verfahren den Standort Weida langfristig sichern kann, bleibt offen. Das Unternehmen hat sich dazu bislang nicht geäußert.

Unsere laufend aktualisierte Übersicht zu weiteren Unternehmensinsolvenzen im DACH Raum finden Sie hier: Aktuelle Insolvenzen.

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