Die Bäckereikette Bäcker Lampe aus Roßleben-Wiehe in Thüringen hat Insolvenz angemeldet. Das Amtsgericht Mühlhausen leitete daraufhin ein vorläufiges Insolvenzverfahren ein und setzte Rechtsanwalt Dr. Frank Kreuznacht als vorläufigen Insolvenzverwalter ein.
Trotz des Verfahrens bleibt der Betrieb zunächst vollständig aufrechterhalten. Alle 44 Filialen in Thüringen und Sachsen-Anhalt haben weiterhin geöffnet, die Produktion läuft ohne Unterbrechung. Zwölf der betroffenen Standorte befinden sich in Halle an der Saale. Ein Teil davon geht auf die Insolvenz des dortigen Stadtbäckers im Jahr 2016 zurück, dessen Filialen Bäcker Lampe damals übernahm.
Wie angespannt die finanzielle Lage bereits vor dem Insolvenzantrag war, zeigte ein ungewöhnlicher Versuch des Unternehmens, die gestiegenen Energiekosten durch einen vierprozentigen Aufschlag auf die Verkaufspreise an die Kunden weiterzureichen.
Rund 280 bis 300 Beschäftigte sind von der Insolvenz betroffen. Ihre berufliche Zukunft ist derzeit offen. Kurzfristig sind die Löhne und Gehälter durch das Insolvenzgeld der Bundesagentur für Arbeit gesichert. Das verschafft dem Insolvenzverwalter Zeit, um Sanierungsoptionen zu prüfen und mögliche Investoren anzusprechen.
Ziel des Verfahrens ist es, den Betrieb zu erhalten, so viele Arbeitsplätze wie möglich zu sichern und die Marke langfristig am Markt zu halten. Die kommenden Wochen werden zeigen, ob eine Lösung gefunden werden kann.
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