So.. Sep. 13th, 2026

Was 1947 als kleiner Fuhrbetrieb in Markdorf begann, endet nun vor dem Insolvenzgericht. Die Kögl Unternehmensgruppe aus Friedrichshafen ist zahlungsunfähig. Zwei ihrer Gesellschaften kämpfen seit dem 1. September im regulären Insolvenzverfahren um ihre Zukunft.

Gründer Fritz Kögl startete einst mit der Belieferung der Bevölkerung mit Öl, Fett und Waschmitteln. Über Jahrzehnte baute die Familie das Unternehmen stetig aus: 1961 kam ein Taxibetrieb hinzu, 1973 übernahm Kögl die Bahnspedition in Friedrichshafen und erschloss damit den Raum bis nach Ravensburg. Ab 1980 transportierte und installierte das Unternehmen Haushaltsgeräte für den Einzelhandel. In den 1990er Jahren vollzog sich der entscheidende Wandel vom klassischen Speditionsbetrieb zum Logistikdienstleister. Kögl bündelte fortan Planung, Organisation, Transport und Verteilung unter einem Dach. 2007 trat Diana Kögl in die Geschäftsführung ein und führte das Familienunternehmen in die nächste Generation.

Doch die wirtschaftliche Lage verschlechterte sich im Laufe des Jahres 2026 dramatisch. Zu wenige Aufträge bei gleichzeitig hohem Kostendruck setzten dem Unternehmen zu. Die gesamte Logistikbranche litt unter dieser Kombination. Beide betroffenen Gesellschaften, die Kögl Logistik GmbH & Co. KG sowie die PRO-Logistik Kögl GmbH, haben ihren Hauptsitz in Friedrichshafen und beschäftigen zusammen rund 24 Mitarbeiter.

Bereits vor dem formellen Antrag auf Eröffnung des Insolvenzverfahrens suchten die Verantwortlichen nach einer Lösung außerhalb des Gerichtsverfahrens. Ein strukturierter Verkaufs- und Investorenprozess sollte Interessenten anlocken und das Unternehmen retten. Dieser Weg führte jedoch nicht zum Ziel. Eine tragfähige außergerichtliche Einigung kam nicht zustande.

Das Insolvenzgericht bestellte Dietmar Rock von der Kanzlei Müller Rock aus Kempten zum Insolvenzverwalter. Rock hatte das Verfahren bereits in der vorläufigen Phase begleitet. Inzwischen erzielte er für beide Gesellschaften erste Teilerfolge: Teilverkäufe konnten abgeschlossen werden. Wie viele Arbeitsplätze dabei erhalten bleiben, ist derzeit noch offen.

Weitere aktuelle Unternehmensinsolvenzen aus Deutschland, Österreich und der Schweiz finden Sie in unserer Übersicht der aktuellen Insolvenzen.

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