Eine Gibson Les Paul für 4250 Euro, eine Kirchenorgel für 20.000 Euro: Im Münchner Traditionsmusikhaus Hieber Lindberg läuft dieser Tage ein stiller Ausverkauf. Am 31. Juli schließt das Geschäft in der Sonnenstraße endgültig seine Türen.
Über ein Jahrhundert lang verkaufte das Unternehmen in München Musikinstrumente. Im April dieses Jahres folgte die Meldung, die viele Stammkunden gefürchtet hatten: Hieber Lindberg stellte einen Antrag auf Eröffnung eines Insolvenzverfahrens. Als Hauptursachen gelten zu hohe Mietkosten sowie der wachsende Druck durch den Onlinehandel. Bereits zuvor hatte sich das Unternehmen durch einen Umzug innerhalb der Sonnenstraße verkleinert, um Kosten zu senken.
Seit Tagen läuft nun der finale Abverkauf. Wer kommt, findet halbleere Regale und Preise, die um die Hälfte reduziert sind. Verkäufer Michael Nitsch aus der Gitarrenabteilung beziffert den verbliebenen Warenbestand auf rund ein Prozent des ursprünglichen Sortiments. Im Erdgeschoss hängen noch fünf Gitarren, darunter eine Gibson Les Paul zum halbierten Preis von 4250 Euro.
Im hinteren Bereich des Ladens warten Blechblasinstrumente auf letzte Käufer. Ein Euphonium kostet noch 450 Euro statt 999 Euro. Ein Tenorhorn steht für 609 Euro bereit. In einem Glaskasten finden sich Bassblockflöten zwischen 265 und 509 Euro sowie Panflöten für 195 Euro. Fünf Geigen hängen an der Wand, die Neupreise lagen zwischen 315 und 579 Euro. Ein Cello-Set gibt es für 970 Euro statt ursprünglich 1940 Euro.
Im ersten Stockwerk steht eine Hammond-Orgel für 5909 Euro, regulär wären 8442 Euro fällig gewesen. Daneben wartet eine Sakralorgel für 20.000 Euro auf einen Abnehmer, deren Listenpreis bei 28.880 Euro lag. Kleinere Posten wie Bongotrommeln für 95 Euro, Klangschalen für 65 Euro oder ein Xylophon für 190 Euro runden das Restangebot ab.
Mit dem 31. Juli endet eine Ära der Münchner Kulturlandschaft. Was einst mit einem öffentlichkeitswirksamen Umzug mit Pauken und Trompeten fortgeschrieben werden sollte, findet nun ein stilles Ende.
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