So. 17. Mai. 2026

Der thüringische Spezialmaschinenbauer Eliog hat beim Amtsgericht Meiningen einen Insolvenzantrag gestellt. Damit gerät ein weiteres traditionsreiches Unternehmen in den Sog der anhaltenden Industriekrise in Deutschland. 74 Arbeitsplätze stehen auf dem Spiel.

Das Unternehmen blickt auf eine bewegte Geschichte zurück. Gegründet 1924 in Düsseldorf, verlegte Eliog seine Fertigung während des Zweiten Weltkriegs ins südthüringische Römhild. In der DDR wurde der Betrieb als volkseigenes Unternehmen weitergeführt, seit 2011 gehört er zur familiengeführten Rupprecht Gruppe. Das Unternehmen gilt als Weltmarktführer bei Spezialöfen für industrielle Anwendungen, unter anderem in der Automobilbranche.

Als Hauptursache der Schieflage gelten wegbrechende Auftragsbestände. Bestellungen werden ins kommende Jahr verschoben oder vollständig storniert. Sanierungsgeschäftsführer Stefan G. Mairiedl betonte, das Ziel des Verfahrens sei es, die Unternehmenssubstanz zu erhalten und einen Sanierungsplan mit Unterstützung eines Investors umzusetzen. Generalbevollmächtigter Dirk Eichelbaum bezeichnete Eliog als typisches Beispiel für den spezialisierten mittelständischen Maschinenbau in Ostdeutschland: technisch hochwertig, international aufgestellt, aber aktuell ohne ausreichende Auftragslage.

Der Fall Eliog steht nicht allein. Die deutsche Industrie durchlebt eine schwere Phase. Hohe Energiekosten, steigende Personalaufwendungen und ein angespanntes geopolitisches Umfeld belasten die Betriebe. Laut einer Analyse von EY gingen im vergangenen Jahr in der deutschen Industrie rund 120.000 Stellen verloren. Experten sehen vorerst keine Trendwende. Bereits 2025 verzeichnete die Branche das zweite Rückgangsjahr in Folge, und eine spürbare Erholung ist nicht absehbar. Ohne einen deutlichen Aufschwung dürfte der Stellenabbau weitergehen.

Eine laufend aktualisierte Übersicht weiterer Firmeninsolvenzen im DACH Raum finden Sie unter Aktuelle Insolvenzen.

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