Der Markt ist gesättigt, die Preise verfallen: Schafhäutle Reisemobile GmbH aus Kirchheim steht vor dem wirtschaftlichen Aus.
Das Amtsgericht Heilbronn eröffnete am 26. Juni offiziell das Insolvenzverfahren gegen den Kirchheimer Wohnmobilspezialisten. Damit können Gläubiger nun ihre Forderungen anmelden. Dr. Sebastian Mielke aus Stuttgart übernimmt als gerichtlich bestellter Verwalter die Kontrolle über das Unternehmen.
Rund 20 Beschäftigte bangen derzeit um ihre Stellen. Schafhäutle verkauft und vermietet Wohnmobile und betreibt zudem eine eigene Werkstatt. Die Firma, die auf mehr als 45 Jahre Branchenerfahrung zurückblickt, hatte Ende April beim Amtsgericht Heilbronn die Zahlungsunfähigkeit angezeigt. Geschäftsführer sind Sven Friedrich und Marco Sauter.
Der Betrieb lief nach dem Antrag zunächst weiter. Mielke erklärt: Während des vorläufigen Verfahrens finanziert die Bundesagentur für Arbeit die Gehälter der Belegschaft über das sogenannte Insolvenzgeld. Dieser Zeitraum umfasst maximal drei Monate. Das verschafft dem Verwalter einen Handlungsspielraum, um mögliche Lösungen zu prüfen.
Als Hauptursache der Krise benennt Mielke eine massive Marktschwemme. Nach dem Ende der Pandemie drängten zu viele Fahrzeuge gleichzeitig auf den Markt. Die Folge: sinkende Preise und stockender Absatz. Was während der Coronajahre noch ein boomender Markt war, ist heute von Überkapazitäten geprägt. Zahlreiche Händler kämpfen seither mit fehlender Liquidität.
Die Zukunft des Unternehmens bleibt ungewiss. Mielke bereitet nach eigenen Angaben eine Schließung vor, verfolgt aber parallel weiter das Ziel, einen Investor zu finden. Ob sich ein Käufer findet, der den Betrieb fortführt, ist derzeit offen.
Eine laufend aktualisierte Übersicht weiterer Firmeninsolvenzen im DACH Raum finden Sie unter Aktuelle Insolvenzen.
